Neuer Umfrage-Schock für die Dreierkoalition. Auch 14 Monate nach Amtsantritt scheint es, als könnten ÖVP, SPÖ und NEOS die Bevölkerung nicht überzeugen. In der aktuellen "Heute"-Sonntagsfrage kämen die drei Regierungsparteien zusammen nicht einmal mehr auf 50 Prozent, während die FPÖ unter Herbert Kickl mit 35 Prozent das Verfassungsdrittel erzielt hätte.
Nun sorgt auch eine neue Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek für schlechte Stimmung in der Regierung. Laut der im Auftrag von ATV durchgeführten Erhebung glaubt eine klare Mehrheit der Österreicher, dass die Bundesregierung nur schlechte Kompromisse zustande bringt. Konkret sind 51 Prozent der Meinung, dass die Regierung lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner findet. Nur elf Prozent sehen dagegen gute und tragfähige Lösungen.
Weitere 33 Prozent bewerten die Arbeit der Regierung mit "teils/teils". Fünf Prozent wollten keine Einschätzung abgeben. Für die Umfrage wurden zwischen 4. und 7. Mai insgesamt 500 wahlberechtigte Österreicher online befragt.
Spannend ist ein Blick auf die Unterschiede nach Parteipräferenz, wobei unter FPÖ-Wählern das Urteil besonders hart ausfällt. Dort sagen gleich 83 Prozent, dass die Bundesregierung schlechte Kompromisse macht.
Deutlich milder fällt die Bewertung bei Anhängern von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen aus – allerdings bleibt auch dort die echte Zustimmung zur Regierungsarbeit klar in der Minderheit. Selbst unter den Wählern der Regierungsparteien sagt nur eine Minderheit, dass die Koalition gute und tragfähige Kompromisse finde: Bei der ÖVP sind es 29 Prozent, bei der SPÖ 24 Prozent und bei den NEOS überhaupt nur 16 Prozent.
Meinungsforscher Peter Hajek ordnet die Lage klar ein: "In dieser Frage zeigt sich wieder einmal die klare Abgrenzung der freiheitlichen Wählerschaft zum restlichen österreichischen Wählerpool. Aber auch die anderen Wählerinnen und Wähler geben der Bundesregierung maximal ein 'Bemüht'.