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Sparpaket trifft dein Gehalt – so viel fehlt künftig

Künftig sollen auch Niedrigverdiener volle Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen. "Heute"-Tabelle zeigt, wie viel weniger das am Konto bedeutet.
Angela Sellner
09.05.2026, 06:53
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Es klingt nach einer technischen Änderung bei der Arbeitslosenversicherung. In Wahrheit ist es für hunderttausende Arbeitnehmer ein spürbares Minus am Konto.

Die Regierung will die bisherigen Begünstigungen bei der Arbeitslosenversicherung streichen. Bisher zahlen Arbeitnehmer bis 2.225 Euro brutto im Monat gar keinen Beitrag. Danach steigt der Beitrag stufenweise an. Erst ab 2.630 Euro brutto werden die vollen 2,95 Prozent fällig.

Weniger aufs Konto

Genau diese Grenze soll jetzt fallen. Künftig sollen alle Arbeitnehmer den vollen Beitrag zahlen – also auch jene mit niedrigen Einkommen.

Für Betroffene wird das unter Umständen teuer – aufs Jahr gerechnet bekommen sie hunderte Euro weniger aufs Konto. Die Experten des Portals rechner.at haben für "Heute" berechnet, wie hoch das monatliche Minus bei verschiedenen Brutto-Einkommen sein wird (siehe Tabelle).

„Bei Einkommen bis 2.630 Euro führt die Maßnahme zu einer merklichen Reduktion des verfügbaren Einkommens“
Bernhard Angelerrechnet.at

"Bei Einkommen bis 2.630 Euro führt die Maßnahme zu einer merklichen Reduktion des verfügbaren Einkommens", erklärt Bernhard Angeler von rechner.at.  Und weiter: "Der größte Nettoverlust zeigt sich bei einem Bruttoeinkommen von rund 2.180 Euro – hier beträgt das monatliche Minus circa 51 Euro."

Trifft vor allem Teilzeitarbeitende

Die Maßnahme trifft vor allem Teilzeitkräfte. Und damit insbesondere Frauen, die häufig wegen Kinderbetreuung oder Pflegeaufgaben nicht Vollzeit arbeiten können. Ausgerechnet sie sollen künftig stärker zur Kasse gebeten werden.

Laut dem gewerkschaftsnahen Momentum Institut trifft die geplante Maßnahme rund 1,4 Millionen Menschen in Österreich. Davon sind 956.000 Frauen und 421.000 Männer. Das heißt: Sieben von zehn Betroffenen sind weiblich.

Besonders alarmierend: Bei den Frauen geht es um 580.000 Teilzeitbeschäftigte. Das heißt: Rund vier von zehn Betroffenen sind teilzeit-erwerbstätige Frauen.

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hatte bereits davor gewarnt, dass die im neuen Doppelbudget 2027/28 geplanten Sparmaßnahmen besonders Frauen treffen.

"Anreiz für Vollzeit"

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer verteidigt den Schritt. "Wir wollen damit einen klaren Anreiz für Vollzeit setzen", sagt der ÖVP-Politiker zu "Heute".

Ins Budget sollen 2028 aus dieser Reform der Arbeitslosenversicherung 349 Millionen Euro fließen. Insgesamt soll der Bereich Arbeitsmarkt und Soziales 664 Millionen Euro zum Sparpaket beitragen.

Weitere Einschnitte

Dazu kommen weitere Einschnitte. Die Homeoffice-Pauschale wird gestrichen. Familien- und Sozialleistungen werden nicht an die Inflation angepasst. Auch beim Familienbonus wird gekürzt: Für Kinder ab vier Jahren gibt es künftig nur dann die volle Höhe, wenn beide Eltern arbeiten. Alleinerziehende sind ausgenommen.

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