Steuer auf Hochprozentiges

Regierung macht jetzt Alkohol teurer – fürs Budget

Hochprozentige Getränke sollen künftig mehr Geld in die Staatskasse spülen. Zur Budgetsanierung erhöht Regierung die Steuer auf Schnaps & Spirituosen.
Angela Sellner
28.04.2026, 14:34
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Gut fünf Milliarden Euro muss die Regierung für das Doppelbudget 2027/28 aufstellen. Es geht zum einen um ein zusätzliches Einsparungsvolumen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, um bis 2028 wie geplant das Defizit auf drei Prozent zu drücken und damit aus dem EU-Defizitverfahren herauszukommen.

Zum anderen sollen weitere 2,6 Milliarden Euro konsolidiert werden, um Spielräume für sogenannte Offensivmaßnahmen zu schaffen. So will die Koalition in Arbeitsmarkt, Pflege und Elementarpädagogik investieren. Außerdem sollen zur Entlastung der Wirtschaft die Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt gesenkt werden.

Je rund die Hälfte der Summe soll über Ausgabenkürzungen beziehungsweise staatliche Mehreinnahmen hereinkommen.

Höhere Steuer auf Hochprozentiges

Stärker mitnaschen will der Staat künftig auch beim Alkohol, brachte "Heute" in Erfahrung. Die Alkoholsteuer auf "harten Alkohol" soll erhöht werden.

Das betrifft Hochprozentiges – Schnaps wird damit also künftig höher besteuert, ebenso Spirituosen wie Gin, Rum oder Whiskey.

Um wie viel die Alkoholsteuer steigen soll, war vorerst nicht in Erfahrung zu bringen.

Aufatmen können Biertrinker – auf den Gerstensaft wird zwar Biersteuer, aber keine Alkoholsteuer eingehoben. Damit ändert sich für Krügel und Seidel steuerlich nichts.

Wein wiederum dürfte nicht unter die Definition "harter Alkohol" fallen.

Das zahlst du für Gin Tonic & Co.

Bei den "harten" Getränken (Spirituosen, Liköre, Schnäpse) beträgt die Alkoholsteuer in Österreich derzeit 12 Euro pro Liter Reinalkohol. Zum Beispiel: Bei einem Liter Schnaps mit 40 % vol. fallen 4,80 Euro Alkoholsteuer an. Sind in der Flasche nur 0,7 Liter drin, sind es 3,36 Euro.

Auch Longdrink- und Cocktail-Fans können sich auf teurere Bar-Abende einstellen. Bei einem Gin-Tonic (4 cl Gin) beläuft sich die Alkoholsteuer derzeit auf rund 19 Cent. Bei einem klassischen Negroni (3 cl Gin, 3 cl Campari, 3cl Vermouth) sind es grob gerechnet 26 Cent Alkoholsteuer pro Drink. Anmerkung: Vermouth gilt als "Zwischenerzeugnis" und ist geringer besteuert.

Einnahmen gingen zurück

Im Übrigen zahlt die Alkoholsteuer der Hersteller oder Importeur. Für die Konsumenten steckt sie schon im Einkaufspreis drin. Der dürfte bei einer höheren Steuer dann auch steigen – im Supermarkt wie in der Gastronomie.

Die Einnahmen aus der Alkoholsteuer waren in Österreich zuletzt rückläufig. Im Jänner und Februar 2026 spülten hochprozentige Getränke insgesamt 28 Millionen Euro in die Kassen von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) – 4,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

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