Bei der Olympia-Generalprobe im Rahmen des Sommer-Grand-Prix erwischte es am Donnerstagabend die 37-jährige Vorarlbergerin. Pinkelnig stürzte nach der Landung im zweiten Durchgang auf der Normalschanze, rutschte den mit Matten ausgelegten Auslauf hinunter und griff sich sofort ans linke Knie. Laute Schmerzensschreie hallten durch die Skisprunganlage in Predazzo, ließen das Schlimmste vermuten.
Und genau das bestätigte auch eine MRT-Untersuchung noch am selben Abend in Innsbruck: Kreuzbandriss, Riss des Innen- und Außenmeniskus, dazu ein Knorpelschaden. Die Olympia-Saison ist für Österreichs beste Springerin damit beendet, bevor sie richtig begonnen hat. Die 37-Jährige muss monatelang pausieren, sogar ein Karriereende steht im Raum.
Der schwere Sturz der Siegerin von 16 Weltcupspringen und Gewinnerin des Gesamtweltcups der Saison 2022/23 bringt nun den Ski-Weltverband auf den Plan. Die FIS denkt mehr denn je über Regeländerungen nach. Hier rückt der Anzug in den Fokus. "An vorderster Front steht die Sicherheit. Man hat gesehen, dass man etwas tun muss und auch tun wird", betonte Florian Liegl, der Sportliche Leiter für das Skispringen im ÖSV, gegenüber dem "ORF".
Der FIS-Plan: Der Schnitt der Anzüge soll verändert werden. Mit weiteren Schnitten könne die Geschwindigkeit im Anlauf, der Luftstand des Sprungs und damit auch der Druck bei der Landung minimiert werden. "Man kann den Anzug vom Volumen her größer machen, man kann die Schrittlänge verändern", erklärte der FIS-Materialverantwortliche Mathias Hafele. Bereits in der kommenden Woche könnte die Regeländerung bei einem Treffen des Ski-Weltverbands in Zürich beschlossen werden.
Diese Regeländerungen würden zunächst nur bei den Frauen greifen. "Auch wenn wir immer dafür kämpfen, gleichberechtigt zu werden, sollten wir einen Schritt zurück machen, eher Richtung mehr Zentimeter, dass man ein bisschen mehr gebremst wird und harmonischer zur Landung hinkommt", meinte Österreichs Springerin Chiara Kreuzer.