Die Heeresreform wird immer mehr zum politischen Minenfeld, eine Zwei-Drittel-Mehrheit – FPÖ oder Grüne müssten mit der Regierung stimmen – zeichnet sich bisher nicht ab.
Wie berichtet, entschied sich die Regierung zu einem "6+1+2"-Modell. Heißt konkret: sechs Monate Grundwehrdienst, anschließend ein Monat Truppenübungen und zwei weitere Miliz-Monate verteilt auf die folgenden zehn Jahre. Der Zivildienst blieb – wegen Blockade der Neos – vorerst ebenfalls bei neun Monaten. Das hat Konsequenzen:
Wie "Heute" vorliegende Zahlen zeigen, hat sich der Zulauf zum Wehrersatzdienst massiv erhöht. Allein im Oktober meldete sich fast ein Drittel mehr zum Zivildienst als noch im Oktober des Vorjahres (siehe Grafik).
Betrachtet man die Monate Jänner bis Oktober, haben sich die Zivildienst-Erklärungen heuer um 8,5 Prozent auf 14.599 Männer gesteigert.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (VP) hat das Ziel ausgegeben, "die Wehrfähigkeit des Bundesheeres nachhaltig zu stärken". Im "Heute"-Gespräch mahnt sie "eindringlich zur Eile": "Mit der Sicherheit unseres Landes spielt man nicht."
"Wir sehen bereits jetzt, dass die Zahl der Zivildiener deutlich ansteigt", so Tanner. Für die Ministerin ist klar: "Die zweijährige Übergangsfrist können wir uns jetzt nicht mehr leisten. Wir verlieren dadurch viele Wehrpflichtige für das Bundesheer. Der Zivildienst ist ein Wehrersatzdienst. Deshalb muss er auch künftig länger dauern als der eigentliche Wehrdienst. Daran darf es keinen Zweifel geben."
Die zuständige Ressortchef mahnt dazu, "parteipolitische Spielchen hintanstellen und gemeinsam an die Sicherheit Österreichs zu denken".