Weltweit erste Luftröhre erfolgreich transplantiert

Patientin Sonia Sein und das Ärzteteam. 
Patientin Sonia Sein und das Ärzteteam. Screenshot Youtube/ Mount Sinai Health System
Nach einem schweren Asthmaanfall musste Sonia Sein durch ein Loch in ihrem Hals atmen. Ein Jahr nach der Transplantation ist sie wohlauf und dankbar.

Einem Team von Chirurgen in New York ist ein medizinischer Meilenstein gelungen. Erstmals konnte einer schwerkranken Patientin eine menschliche Luftröhre transplantiert werden. Ein Jahr später ist diese Patientin gesund und munter und möchte nun anderen mit ähnlicher Krankheit von ihrer Erfolgsgeschichte erzählen. Die heute 57-jährige Sonia Sein hatte 2014 einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall, der zu schweren Schäden an ihrer Luftröhre führte. Die Frau musste durch ein chirurgisches Loch in ihrem Hals ,an dem ein Schlauch angeschlossen war, atmen. Jahrelang war Sein in ständiger Gefahr, dass ihre Luftröhre kollabiert und sie dann erstickt. Dann, im Jänner letzten Jahres, erhielt Sonia als erste Person auf der Welt eine menschliche Luftröhrentransplantation, wobei eine gesunde Luftröhre eines verstorbenen Spenders verwendet wurde.

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Hauptproblem Blutversorgung

"Die Luftröhre sieht aus wie ein Schlauch, ist aber eigentlich ein sehr komplexes Organsystem", erklärte Dr. Eric Genden von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai. Das Haupthindernis war die Sicherstellung einer Blutversorgung der transplantierten Luftröhre. "Wir verwenden ein Hochleistungsmikroskop und verbinden diese kleinen Blutgefäße mit einer Naht, die dünner ist als ein menschliches Haar. Ohne Mikroskop ist das nur schwer zu erkennen", sagt Dr. Genden.

Sein wusste, dass die Transplantation mit großen Risiken verbunden war. Aber sie wusste auch, dass ihr die Zeit davonlief. Im Jänner 2021 entfernten die Ärzte in einer 18-stündigen Operation Seins beschädigte Luftröhre und ersetzten sie durch ein Spenderorgan und Blutgefäße. Im ersten britischen Interview mit der "Daily Mail" verrät Sonia, wie sich ihr Leben seit der experimentellen Operation verändert hat: Sie kann jetzt wieder frei atmen, normal essen und ihren beiden Enkelkindern nachlaufen. 

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Keine Komplikationen

Sie möchte, dass ihre Überlebensgeschichte andere inspiriert. "Ich möchte, dass die Menschen sehen, dass man nicht aufhören muss, nur weil es einen Rückschlag im Leben gibt. Man kann immer noch aufstehen und tun, was man will, aber man wird es schaffen", lächelte Sein. Sonia Sein möchte auch weiterhin stärker werden, damit sie in ihren Beruf als Sozialarbeiterin zurückkehren kann. Bei Sein gab es bisher keine Komplikationen oder Anzeichen einer Organabstoßung. Sie wird von den Ärzten weiterhin engmaschig kontrolliert. Der ultimative Test für den Erfolg der Operation kam vor zwei Monaten, als das Loch in ihrem Hals, das ihr so viele Jahre lang beim Atmen geholfen hatte, endlich geschlossen wurde. Jetzt kann Sein wieder einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Schwimmen am Strand.

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