Deutschland trauert um einen Kult-Politiker. Am Mittwochabend wurde Bayerns Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger tot in einem Berliner Hotel gefunden. Der Chef der Freien Wähler starb völlig unerwartet im Alter von 55 Jahren.
Eigentlich hätte Aiwanger am Mittwoch in Berlin vor Parteikollegen sprechen sollen. Doch der 55-Jährige sagte seinen Auftritt bei der Eröffnung des Hauptstadtbüros der Freien Wähler kurzfristig ab. Er fühlte sich offenbar nicht wohl und blieb in seinem Hotelzimmer; wenige Stunden später war er tot.
Bereits vor seinem geplanten Auftritt soll es dem Politiker gesundheitlich nicht gut gegangen sein. Aus seinem beruflichen Umfeld war laut "Bild" von einem möglichen Infekt die Rede. In der CSU-Landesgruppe wurde demnach berichtet, dass Aiwanger unter Magen-Darm-Problemen gelitten habe.
Dass der 55-Jährige bis zuletzt politisch engagiert war, zeigt ein Blick auf seine Social-Media-Aktivitäten. Noch am Dienstag veröffentlichte er auf Instagram ein Video von einem Besuch beim Zentralverband der Oberflächentechnik (ZVO). Darin sprach er über die Probleme der Branche und forderte ein Umdenken in Berlin und Brüssel, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu sichern.
Im Video betont Aiwanger, dass die Branche immer mehr Probleme durch EU-Vorgaben habe, was dazu führe, dass die Wettbewerbsfähigkeit verloren geht. Jörg Püttbach, Vorsitzender des ZVO, ergänzt, dass man zwar gute Technologie und kompetente Mitarbeiter habe, doch die Rahmenbedingungen und Bürokratie würden dafür sorgen, dass man im internationalen Vergleich nicht mithalten könne. Aiwangers Abschlussworte: "Ich kämpfe dafür, dass es besser wird."
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich in einem Pressestatement schockiert über das Ableben Aiwangers gezeigt. "Ich habe es, wie viele andere, nicht glauben können." Aiwangers Tod reiße eine tiefe Lücke in die bayerische Politik, aber auch in die Herzen vieler Menschen, sagte Söder.
Er würdigte seinen langjährigen Stellvertreter als "echtes Mannsbild, starken Bayern, guten Wirtschaftsminister, aber auch einen warmherzigen Menschen". Aiwanger sei ein persönlich bescheidener, aber hoch engagierter und fleißiger Politiker gewesen, "der sich um die großen, aber vor allem um viele kleine Dinge gekümmert hat".
Söder weiter: "Wir verlieren mit Hubert Aiwanger eine prägende Figur der bayerischen Politik. Wir und auch ich persönlich werden ihn nicht vergessen."