In Extremo beherrschen Kaltstart. Ohne Vorband, ohne Aufheizer, sitzendes Publikum — alles kein Problem. Lichter aus, Dudelsäcke an und schon war die Stimmung im Globe Wien phänomenal.
Wenn es beim Auftakt der neuen Akutstiktour "Tranquilo II" Freitagebend überhaupt ein Eis zu brechen gegeben hatte, war dieses spätestens mit der Ankündigung von "Störtebeker" dahin. Die ganze Halle drehte auf, beim Klassiker "Vollmond" im Anschluss wurde aus Leibeskräften mitgesungen.
Die ungewohnt ruhigen, akustischen Arrangements von "Tranquilo II" wurden mit Begeisterung aufgenommen und eröffneten selbst eingefleischten Fans eine seltene Perspektive, denn die erste bis Freitag letzte Akustik-Tour liegt bereits 16 Jahre zurück.
Trotz des entspannten Settings wurde die Wiener Marx Halle ordentlich gerockt. Auf der Bühne bekamen In Extremo dabei Unterstützung von Oliver "SaTyr" Pade und Niel Mitra von Faun sowie vom "Teufelsgeiger" Justin Ciuche.
Im Mittelpunkt stand dabei eindeutig die Musik, auf effekthaschende Show-Einlagen wurde fast vollständig verzichtet, Mit ihren teils völlig neu arrangierten Lieder schlagen In Extremo (und Gäste) einen Bogen durch ihre mehr als drei Jahrzehnte spannende Band-Geschichte.
Geschickt verbinden sie das Ursprüngliche der Spielmannskunst mit modernen Eindrücken und Einflüssen. Es ist eine Fusion, die mehr als nur funktioniert. Der softere Akustik-Ansatz von "Tranquilo II" bietet dabei auch einen tollen Einstieg für all jene, denen das Repertoir der Band sonst zu brachial wäre.
Fazit: In Extremo haben am Freitag mit entspannter aber fanastischer Atmosphäre einen fulminanten Auftakt für eine äußerst sehens- und vor allem hörenswerte Tour hingelegt. Mit "Tranquilo II" zeigt die Band eine selten Seite, die auch Fans der ersten Stunde überzeugt. Es war eine Freude!