In Wien wird immer wieder über höhere Parkgebühren für große Fahrzeuge diskutiert – vor allem im inneren Stadtgebiet, wo Platz rar ist und Verkehrsbelastung hoch. Die Pariser Gebührenordnung könnte als Vorlage dienen. SUVs zahlen hier das Dreifache verglichen mit leichteren Pkw.
In Paris hat Anfang 2024 eine Bürgerbefragung gezeigt: SUV-Gebühren sind durchaus erwünscht. Zwar stimmten nur rund sechs Prozent der Wahlberechtigten mit, doch eine knappe Mehrheit von 54,5 Prozent war für spezielle Parkgebühren für schwere Fahrzeuge, insbesondere SUVs. Die Regelung gilt jedoch nicht für das Anrainerparken, vermutlich ein Grund für das geringe öffentliche Interesse.
Nun stellt sich die Frage: Könnte so etwas auch in Wien kommen? Ein Blick auf das französische Modell zeigt, wie eine solche Gebührenordnung aussehen kann.
Die neuen Tarife richten sich nach Gewicht und Antriebsart der Fahrzeuge:
➤Leichtere Pkw bis 1,6 Tonnen bzw. Fahrzeuge mit alternativem Antrieb bis 2,0 Tonnen zahlen:
4 Euro bzw. 6 Euro pro Stunde, je nach Bezirk.
➤Schwerere Fahrzeuge („SUV-Tarif“) zahlen deutlich mehr:
12 Euro bzw. 18 Euro pro Stunde, je nach Bezirk.
Das bedeutet: Wer mit einem großen, schweren SUV ins Zentrum fährt, muss bis zu 18 Euro pro Stunde fürs Parken berappen.
Der ÖAMTC sieht dieser Möglichkeit kritisch entgegen. "Die Regelung trifft zahlreiche E-Autos und Plugin-Hybride unabhängig von der Bauform", heißt es. So würden insbesondere Nutzer von emissionsarmen Fahrzeugen getroffen, da diese Fahrzeuge auf Grund der Batterie deutlich schwerer sind und die 2,0 t überschreiten. Eine Abgrenzung anhand des Fahrzeuggewichtes sei zudem sachlich nicht zu rechtfertigen, für den ruhenden Verkehr (insbesondere den Platzverbrauch) spiele das keine Rolle.
Ein weiterer Kritikpunkt: Es gäbe ein Überwachungsproblem. Eine Abfrage des Gewichtes sei laut ÖAMTC auf der Straße für die Überwachungsorgane kaum möglich.