Erstes Land sagt ab

Wieder ESC-Boykott! Niederlande will nicht mitmachen

Nach dem Boykott von 2026 zieht der niederländische Sender AVROTROS auch für den ESC 2027 die Reißleine. Doch es gibt ein kurioses Hintertürchen.
Heute Entertainment
03.09.2026, 22:00
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Der nächste prominente ESC-Teilnehmer wackelt! Während in Burgas bereits die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest am 11., 13. und 15. Mai 2027 laufen, sorgt die Teilnehmerliste erneut für politische Diskussionen.

Der niederländische Sender AVROTROS hat offiziell erklärt, auch 2027 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen zu wollen. Der Grund: Die Verantwortlichen sehen die Neutralität des Wettbewerbs aufgrund der geopolitischen Situation im Nahen Osten weiterhin gefährdet.

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Änderungen reichen nicht

Konkret stößt sich AVROTROS daran, dass Israel trotz des anhaltenden militärischen Konflikts weiterhin am Wettbewerb teilnimmt. Der Sender hatte von der Europäischen Rundfunkunion transparentere Regeln für die Teilnahme von Ländern verlangt, die in militärische Konflikte verwickelt sind.

Die mittlerweile vorgenommenen Änderungen reichen den Niederländern jedoch nicht.

AVROTROS erklärt, man habe nicht genügend Vertrauen, dass der unabhängige und neutrale Charakter des Song Contests wiederhergestellt werden könne. Eine Teilnahme sei deshalb nicht mit den eigenen Werten "Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Menschlichkeit" vereinbar.

Senderchef Taco Zimmerman wird noch deutlicher: "Das Songfestival ist damit zu einer Bühne der Spaltung geworden." Der Rückzug schmerze, schließlich hätte man 2027 gerne wieder teilgenommen.

Bereits beim ESC 2026 in Wien waren die Niederlande nicht dabei. Neben ihnen verzichteten auch Spanien, Irland, Island und Slowenien auf eine Teilnahme. Der Umgang mit Israel hatte damit für den größten koordinierten Rückzug mehrerer Länder in der jüngeren ESC-Geschichte gesorgt.

Plötzlich ein Hintertürchen

Ganz abschreiben sollte man die Niederlande für Burgas allerdings noch nicht.

Denn AVROTROS hat nicht einfach nur abgesagt. Der Sender gibt gleichzeitig die Verantwortung für die niederländische ESC-Teilnahme an die öffentlich-rechtliche Dachorganisation NPO zurück. Diese soll nun entscheiden, wie es 2027 weitergeht.

Theoretisch könnte damit ein anderer niederländischer Sender einspringen und einen Act nach Bulgarien schicken. Die ersten Kandidaten winken allerdings bereits ab: KRO-NCRV und BNNVARA haben erklärt, kein Interesse an einer Übernahme zu haben.

Eine durchaus kuriose Situation. AVROTROS, das die niederländische Teilnahme seit Jahren organisiert, will mit dem ESC nichts mehr zu tun haben – gleichzeitig ist die Tür für die Niederlande noch nicht komplett zugeschlagen.

2026 gab es übrigens eine ähnliche Sonderlösung zumindest bei der Übertragung. Obwohl AVROTROS den Wettbewerb boykottierte und auch nicht übertrug, sorgten NOS und NTR dafür, dass niederländische Zuschauer die Shows aus Wien trotzdem im Fernsehen verfolgen konnten.

Ob 2027 tatsächlich ein anderer Sender noch einen Schritt weitergeht und sogar einen niederländischen Beitrag organisiert, muss nun die NPO klären.

Fest steht: Der politische Streit, der den ESC in Wien überschattete, zieht damit bereits seine ersten deutlichen Spuren bis nach Burgas.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.09.2026, 22:00