Ein kurzer Besuch bei McDonald's kam "Heute"-Leser Christian S. (37) aus Wien um ein Haar teuer zu stehen: Der Wiener war am Freitag, dem 4. September, mit dem Auto in St. Pölten unterwegs und hatte dort zwei berufliche Termine.
Dazwischen stellte er sein Auto auf einem Parkplatz ab, auf dem sich nach seiner Wahrnehmung sowohl ein Billa als auch ein McDonald's befinden. "Dann bin ich zu McDonald's gegangen und war dort für vierzig Minuten", erzählt Christian im "Heute"-Gespräch.
Als er zu seinem Wagen zurückkam, folgte die böse Überraschung. "Ich habe einen gelben Zettel auf dem Scheibenwischer entdeckt." Darauf wurde eine Pönale in Höhe von 50 Euro verlangt. Der Grund: Christian soll sein Fahrzeug auf einem nicht gekennzeichneten Stellplatz abgestellt haben.
"Ich weiß gar nicht, was ein nicht gekennzeichneter Parkplatz sein soll!", ärgert sich der Wiener. Zusätzlich wunderte ihn, dass auf dem Schreiben der Parkplatz der Billa-Filiale angeführt war – also doch ein Parkplatz.
Das Problem: Christian hatte scheinbar im Billa-Parkplatzbereich geparkt, obwohl er gar kein Kunde war. Für Christian war vor Ort aber gar nicht ersichtlich, dass die Parkflächen von Billa und McDonald's getrennt sein sollen. "Es hat für mich ausgeschaut wie ein geteilter Parkplatz von beiden Unternehmen", wundert er sich.
Auch ein entsprechendes Verbot sei ihm nicht aufgefallen. "Ich habe keine Schilder gesehen, dass ich da nicht parken darf oder dass das ein Parkplatz nur für Billa-Kunden ist und nicht für McDonald's-Kunden!"
Nach dem Vorfall suchte der 37-Jährige im Internet nach Erfahrungen anderer Autofahrer. In Google-Rezensionen häufen sich Ein-Stern-Rezensionen, die auch von Parkstrafen berichten. Sein Urteil fällt deutlich aus: "Das ist reine Abzocke! Ich bin kein Einzelfall."
Besonders angefressen macht ihn, dass er sich als Autofahrer vom Supermarkt nicht ausreichend informiert fühlt. "Als Bürger wird man da für dumm verkauft", schimpft Christian. Für ihn steht deshalb fest: "Ich gehe da nie wieder hin! Den Konzern werde ich jedenfalls ab sofort meiden."
"Heute" konfrontierte das für die Parkraumüberwachung zuständige Unternehmen "Park & Control" mit dem Fall. Dort weist man die Kritik zurück. "Bei den Einfahrten zum Parkplatz der BILLA-Filiale wird transparent auf die Parkraumüberwachung, die zulässige Höchstparkdauer sowie auf die am Standort geltenden Nutzungsbedingungen hingewiesen", heißt es in einer Stellungnahme.
Das Unternehmen übermittelte dazu auch Fotos der Beschilderung bei den Einfahrten. Tatsächlich sind Hinweisschilder neben der betreffenden Supermarktfiliale montiert.
Laut "Park & Control" legen die Nutzungsbedingungen zudem eindeutig fest, dass Fahrzeuge ausschließlich auf gekennzeichneten Stellplätzen abgestellt werden dürfen. Genau dagegen habe der Wiener verstoßen. "Der Leser hat sein Fahrzeug auf einem nicht gekennzeichneten Stellplatz abgestellt, weshalb die Pönale am Fahrzeug hinterlegt wurde", erklärt das Unternehmen.
Für Christian gibt es am Ende trotzdem gute Nachrichten: "Park & Control" storniert die 50-Euro-Pönale einmalig aus Kulanz, berichtet das Unternehmen in der Stellungnahme an "Heute": "Wir ersuchen Sie, Ihren Leser darüber zu informieren und darauf hinzuweisen, die geltenden Nutzungsbedingungen künftig einzuhalten."