Verbarrikadierte Schaufenster, Hunderte Polizisten und mehrere Festnahmen: Die Wiener Innenstadt stand in der Halloween-Nacht unter besonderer Beobachtung.
Nach Gewaltaufrufen in sozialen Netzwerken hatte sich die Polizei auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet. Tatsächlich kam es zu mehreren Zwischenfällen. Ein Verdächtiger soll sogar versucht haben, ein abgestelltes Polizeiauto mit einer brennbaren Flüssigkeit zu beschädigen.
Insgesamt wurden fünf Personen vorläufig festgenommen. Ihnen werden Widerstandshandlungen beziehungsweise Sachbeschädigung vorgeworfen.
Die Exekutive hatte ihre Präsenz im gesamten Stadtgebiet deutlich verstärkt. Mehrere hundert Beamte sollten für Sicherheit sorgen und mögliche Gewalttaten verhindern.
Besonders der unerlaubte Einsatz von Pyrotechnik beschäftigte die Polizisten. Der überwiegende Teil der Amtshandlungen stand im Zusammenhang mit dem missbräuchlichen Zünden von Feuerwerkskörpern.
Daneben registrierten die Einsatzkräfte einzelne Straftaten. Besonders brisant war der mutmaßliche Angriff auf ein abgestelltes Polizeifahrzeug. Einer der fünf Verdächtigen soll versucht haben, den Wagen mithilfe einer brennbaren Flüssigkeit zu beschädigen.
Größere sicherheitsrelevante Zwischenfälle blieben laut Polizei aus. Der Einsatz konnte vorläufig beendet werden, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen liefen allerdings auch in der Nacht weiter.
Schon vor den angekündigten Protesten hatten sich mehrere Geschäfte in der Wiener Innenstadt auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet. Sie schützten ihre Schaufenster mit Holzplatten.
Am Samstagabend fanden in der Innenstadt zwei Demonstrationen statt. Laut Medienberichten beteiligten sich daran lediglich einige hundert Menschen. Beide Versammlungen gingen ohne Zwischenfälle zu Ende.
Eine der Kundgebungen stand unter dem Motto "GenZWachtAuf". Die Teilnehmer machten unter anderem auf Themen wie Bildung, Gesundheit und leistbare Lebenshaltungskosten aufmerksam.
Ähnliche Aktionen waren auch in zahlreichen deutschen Städten angekündigt worden. Unter dem Schlagwort "Gen Z regelt" gingen am Samstagnachmittag Menschen auf die Straße.
Während die Demonstrationen zunächst friedlich verliefen, kam es später unter anderem in Köln und Frankfurt zu schweren Ausschreitungen.
Dabei wurden Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert. Auch Molotowcocktails wurden auf Polizisten geworfen. In Wien blieb eine vergleichbare Eskalation aus.
Bereits am Freitag hatte die Wiener Polizei über Ermittlungen gegen mehrere Verdächtige informiert. Hintergrund waren Aufrufe in sozialen Netzwerken, in denen für die Halloween-Nacht Straftaten und Plünderungen von Luxusgeschäften angekündigt worden waren.
Die Ermittler konnten mehrere mutmaßlich Beteiligte ausforschen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden am Freitagmorgen insgesamt sechs Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich durchgeführt.
Vier Verdächtige im Alter zwischen 14 und 22 Jahren wurden zur sofortigen Einvernahme vorgeführt.
Trotz der angespannten Ausgangslage und der einzelnen Straftaten zog die Polizei hinsichtlich größerer Zwischenfälle eine vorläufig positive Bilanz.
Die starke Präsenz der Beamten und das konsequente Einschreiten hätten dazu beigetragen, schwerwiegendere Vorfälle zu verhindern.
Ganz abgeschlossen war der Einsatz damit aber noch nicht. Auch nach dem vorläufigen Ende der polizeilichen Maßnahmen wurden in Wien weitere Sicherungsarbeiten fortgesetzt.