Nicht richtig eingestuft

Wiener Lehrer bekommt seit Jahren falsches Gehalt

Der Grüne Gemeinderat und Mathe-Lehrer Felix Stadler (31) ist seit acht Jahren als Lehrer tätig. Dennoch ist seine Gehaltseinstufung falsch.
Wien Heute
18.06.2026, 05:30
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Der Grüne Gemeinderat und Bildungssprecher Felix Stadler (31) traf mit seinem Instagram-Posting genau den richtigen Nerv: Der gebürtige Wiener ist seit acht Jahren auch als Lehrer tätig, seine Vordienstzeiten wurden allerdings nicht berücksichtigt, sein Gehalt ist zudem falsch eingestuft.

Genau diesen Missstand – Stadler ist bei Weitem nicht der einzige Betroffene – machte der 31-Jährige in seinem Posting publik: "Es ist völlig absurd, wie viele Lehrer und Lehrerinnen nicht das richtige Gehalt bekommen. Die Bildungsdirektion schafft es nicht, monate- oder jahrelang hunderten oder tausenden Kollegen und Kolleginnen die Vordienstzeiten richtig anzurechnen, das Besoldungsdienstalter richtig zu berechnen oder das richtige Gehalt auszuzahlen. Diese Kollegen bekommen dann jahrelang das falsche Gehalt", meint Stadler.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Seit acht Jahren Lehrer

Der 31-Jährige ist seit acht Jahren Lehrer, von 2016 bis 2020 war er im Rahmen der Initiative "Teach For Austria" an der Neuen Mittelschule Schwechat-Frauenfeld tätig. Danach legte Stadler aufgrund seiner politischen Karriere im Landtag und Gemeinderat eine Pause ein. Doch seit vier Jahren ist der Grüne Politiker wieder als Lehrer tätig.

"Ich habe eine halbe Lehrverpflichtung und unterrichte Mathematik an einer Mittelschule in der Leopoldstadt. Mir ist klar, dass ich privilegiert bin, da ich zwei Gehälter beziehe. Aber weder meine Vordienstzeiten, noch meine Besoldungsjahre stimmen", meint Stadler zu "Heute".

Bildungsdirektion vertröstet immer wieder

Auf Instagram erläutert er seinen eigenen Fall genauer: "Ich bin jetzt in meinem achten Dienstjahr als Lehrer, aber auf meinem Gehaltszettel steht, dass ich seit einem Jahr, sieben Monaten und 23 Tagen unterrichte. Ich habe mehrfach in den vergangenen Wochen und Monaten mit der Bildungsdirektion telefoniert und jedes Mal wurde mir gesagt: 'Ja, ja, das wird geändert. Nächstes Monat passt das dann.'"

Der 31-Jährige kritisiert, dass er bereits vor drei und vor zwei Jahren seine Vordienstzeiten eingemeldet hat, "aber bis heute wurde sie nicht richtig angerechnet. Und auch das Besoldungsdienstalter ist falsch."

Umstellung des Dienstvertrages

Grund für das falsche Besoldungsdienstalter dürfte die Umstellung von einem befristeten auf einen unbefristeten Dienstvertrag gewesen sein – exakt vor einem Jahr, sieben Monaten und 23 Tagen: "Da habe ich wieder bei Null begonnen. Offenbar wurden meine Vordienstzeiten und meine Dienstjahre nicht ins System über- bzw. eingetragen."

Nach zahlreichen Telefonanrufen wurde Stadler versichert, dass das Gehalt im Juni stimmen würde – Fehlanzeige! Der 31-Jährige ist übrigens nicht der Einzige im Lehrerkollegium mit derartigen Problemen. Auch die zahlreichen Kommentare zu seinem Posting zeigen, dass es sehr viele Betrofffene gibt.

Basis im Bildungssystem funktioniert nicht

"Das kann tatsächlich nicht sein. In jedem anderen Job ist es vorher oder bei Beginn des Berufs klar, was man verdient. Lehrer müssen oft Monate und Jahre warten, um überhaupt herauszufinden, wass sie denn wirklich verdienen. Diese Basics in einem Bildungssystem müssen funktionieren. Wenn wir diese Basis nicht hinbekommen, dann ist es kein Wunder, dass sich viele Lehrer vom Beruf wieder abwenden", so Stadler abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.06.2026, 05:30
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