Eine Radtour durch Südafrika endete für einen Wiener tödlich. Rudolf K. (72), der leidenschaftlich gerne reiste und Sport betrieb, wurde auf einer Straße in der Provinz Westkap von einem Fahrzeug erfasst. Für den Österreicher kam jede Hilfe zu spät.
Besonders tragisch: Nur wenige Stunden vor dem tödlichen Unfall soll er noch mit seiner Ehefrau telefoniert und ihr von seinen Reiseerlebnissen erzählt haben. Nun ermittelt die südafrikanische Polizei wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Fahrerflucht.
Das Unglück ereignete sich laut örtlichen Medienberichten vergangene Woche auf der Nationalstraße N2 in der Nähe der südafrikanischen Stadt Swellendam. Der 72-Jährige war mit seinem Fahrrad rund vier Kilometer außerhalb der Stadt in Richtung Heidelberg unterwegs, als er von einem Fahrzeug erfasst wurde.
Der Wiener kam von der Straße ab und landete im Straßengraben. Die Verletzungen waren so schwer, dass er noch an der Unfallstelle starb. Wie genau es zu dem Zusammenstoß kam, ist bislang nicht geklärt. Auch zum beteiligten Fahrzeug und dessen Lenker liegen bisher keine gesicherten näheren Angaben vor.
Rudolf K. liebte die Natur, das Radfahren und ausgedehnte Reisen. Immer wieder erkundete er fremde Länder auf zwei Rädern. Auch während seiner letzten Reise hielt er engen Kontakt zu seiner Frau. Laut dem Bericht der "Krone" telefonierten die beiden regelmäßig, um sich über seine Erlebnisse auszutauschen.
Nur wenige Stunden vor dem Unfall soll der 72-Jährige seiner Ehefrau noch erzählt haben, welche Orte er besucht hatte und wie sehr er sie vermisse. Anschließend wollte er seine Radtour fortsetzen und einen Sonnenuntergang genießen. Dass es ihre letzte Unterhaltung sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.
Nach dem tödlichen Zusammenstoß wurden Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Fahrerflucht eingeleitet. Die südafrikanische Polizei versucht zu klären, wie es zu dem Unfall kam und wer das beteiligte Fahrzeug lenkte.
Bislang wurde in dem Fall laut den vorliegenden Informationen niemand festgenommen. Ob der Unfall durch ein Fehlverhalten des Fahrers verursacht wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Währenddessen bemühen sich die Angehörigen darum, den Leichnam des Wieners nach Österreich überführen zu lassen. Rudolf K. soll in seiner Heimat beigesetzt werden.
Der tödliche Unfall sorgt auch in Südafrika für Betroffenheit. Nach Angaben der dortigen Radfahrerorganisation Pedal Power Association ist Rudolf K. bereits der sechste Radfahrer, der innerhalb von zehn Monaten auf den Straßen der Provinz Westkap ums Leben gekommen ist.
Die Organisation fordert angesichts dieser Entwicklung strengere gesetzliche Maßnahmen und bessere Möglichkeiten für die Polizei, tödliche Verkehrsunfälle aufzuklären. Der Fall des Wieners macht damit erneut auf die Gefahren aufmerksam, denen Radfahrer auf stark befahrenen Straßen ausgesetzt sein können.