Ein Mann gegen eine Gruppe von Plünderern: In der französischen Stadt Nizza hat sich der Verkäufer Pierre Collin am Samstag mutig gegen Randalierer gestellt. Er wollte verhindern, dass sein Geschäft der Videospielkette Micromania geplündert wird. Doch die Situation eskalierte.
Aufnahmen zeigen, wie Collin vor dem Geschäft auf der Avenue Jean-Médecin steht und versucht, die Täter aufzuhalten. Als er einen der Plünderer wegdrängen will, bekommt er plötzlich von hinten einen heftigen Tritt und stürzt zu Boden. Auch Gegenstände werden auf ihn geworfen. Passanten helfen ihm wieder auf die Beine.
Laut dem französischen Fernsehsender M6 kommt der Verkäufer mit Schürfwunden und einer Verstauchung davon. Sein Geschäft wird trotz seines mutigen Einsatzes geplündert.
Besonders ein Detail auf den Aufnahmen sorgt im Netz für Begeisterung: Direkt neben Pierre steht ein großes Poster des Anime-Helden Son Goku aus der Kultserie "Dragon Ball".
Das Bild verbreitet sich rasend schnell. Nutzer nennen ihn plötzlich den "Goku von Nizza" oder den "echten Goku". Mithilfe künstlicher Intelligenz entstehen zahlreiche Memes und Videos. Mal wird Pierre als mächtiger Anime-Kämpfer dargestellt, mal als Ritter in glänzender Rüstung. Sogar für eine Verfilmung von "Dragon Ball" wird er scherzhaft als Hauptdarsteller vorgeschlagen. Ein Nutzer bezeichnet die Aufnahme sogar als "Foto des Jahres 2026".
Collin selbst sieht seinen Einsatz deutlich nüchterner. Gegenüber dem französischen Nachrichtenportal Ici erklärt er, dass er aus reinem Instinkt gehandelt habe. Über die möglichen Gefahren habe er in diesem Moment nicht nachgedacht.
Die Geschichte sorgt weit über Nizza hinaus für Aufmerksamkeit. Sogar der Bürgermeister der Stadt erfährt von dem Vorfall und besucht den Verkäufer persönlich in seinem Geschäft.
Doch die Begeisterung bleibt nicht auf das Internet beschränkt. Vor dem geplünderten und mit Holzplatten verschlossenen Geschäft hinterlassen Menschen zahlreiche aufmunternde Botschaften.
Eine junge Frau namens Joy zeichnet ein Herz auf ein Blatt Papier und klebt es an die Fassade. Andere schreiben "Bleib stark" und "Peace and Love" auf die Holzplatten. Ein Unternehmen bietet sogar an, die Schäden kostenlos zu reparieren.
Die Geschäftskette Micromania stellt unterdessen klar, dass sie keine Spendenaktionen im Namen des Verkäufers genehmigt hat.
Nizza ist allerdings kein Einzelfall. Auch in anderen französischen Städten geraten Geschäfte für Videospiele und Sammelkarten ins Visier von Randalierern.
In Paris wird das Geschäft Cartabaffe geplündert, eine Überwachungskamera hält die Tat fest. In Lille setzen Randalierer den Laden Le Coin des Barons in Brand. Nach dem Angriff liegen zahlreiche Pokémon-Karten auf der Straße verstreut.
Während sein Geschäft schwer beschädigt zurückbleibt, wird Pierre im Internet als Superheld gefeiert. Dass ausgerechnet ein Goku-Poster hinter ihm hängt, macht den mutigen Verkäufer für viele Fans zum echten Anime-Kämpfer.