"Das ist einfach ein Wahnsinn", sagt Franz S. (53) schockiert. Mehrere zehntausend Euro hat der Wiener bereits in die Renovierung seines Ferienhauses investiert.
"Ich habe immer Handwerker aus der Region angestellt", erzählt er. Dass die Gemeinde Hohentauern (Bezirk Murtal, Steiermark) nun die Jahresrechnung für die Kanalnutzung um rund 200 Prozent erhöht hat, macht den Wiener fassungslos.
Die Kanalbenützungsgebühr für 2026 beträgt stolze 1.092 Euro – ganze 200 Prozent mehr als im Jahr 2025 (369 Euro). "Ich verstehe, dass es Erhöhungen gibt, aber das ist einfach irrsinnig viel auf einmal", so der 53-Jährige. Eine Teilgebühr hat sich sogar um 300 Prozent erhöht.
S. vermietet sein Haus als Feriendomizil, selbst besucht er es mit seinen zwei Kindern nur selten. Bisher war die Immobilie für den Wiener praktisch ein Nullsummenspiel; er musste immer wieder viel Geld in die Instandhaltung investieren. Durch die erhöhten Gebühren streicht Franz S. nun noch mehr Verluste ein: "Ich muss auch noch die Terrasse für 6.500 Euro sanieren, zusammen mit den Gebühren könnte ich schon Minus machen", klagt der Wiener.
"Heute" fragte bei der Gemeinde nach, warum die plötzliche Gebührenerhöhung fällig wurde. "Wir müssen diese Gebühren kostendeckend berechnen, das ging sich einfach nicht mehr aus in den letzten Jahren", heißt es von der Gemeinde Hohentauern. Vor allem Ferienhäuser wie jenes von Herrn S. müssen deswegen mit höheren Gebühren rechnen. "In manchen Gebieten gibt es keine Wasseruhren, da gibt es dann einen Pauschalbetrag", heißt es außerdem.
Obwohl S. Verständnis für die Gebührenerhöhung betont, sagt er: "Immer mehr Eigentümer von Ferienhäusern in Hohentauern überlegen, nicht mehr zu vermieten oder haben damit schon aufgehört." Angesichts der Kosten des Landes würde es sich einfach nicht mehr rechnen. "Ich muss die Preise dementsprechend anpassen, was dazu führt, dass ein Aufenthalt in Hohentauern immer unattraktiver wird", resümiert er.