Post aus dem Land der Lächelns sorgte bei einer Wienerin nun schon zum zweiten Mal für schlechte Laune. Denn für die Musik-Geburtstagskarte einer Freundin aus Japan sollte Hermine M. (Name geändert) für Zoll und Bearbeitung fast 35 Euro zahlen.
Die Wienerin versteht die Welt nicht mehr. "Meine Freundin aus Japan schickt mir vier bis fünr Mal pro Jahr Billetts und Geschenke, der Wert liegt jeweils zwischen 10 und 15 Euro. Ich habe ihr auch zum 80. Geburtstag eine Bonbonniere nach Japan geschickt", erzählt die Frau aus Wien-Hietzing. Bis vor kurzem habe es beim Versand keine Probleme gegeben.
"Natürlich möchte ich das sehr nette Musik-Billett entgegennehmen, kann aber doch nicht jedes Mal 34,80 Euro zahlen", so die Wienerin. Darüber hinaus habe die Post die schönen Briefmarken mit einem "Import"-Sticker überklebt.
Die Post bedauert das – und konnte das Problem aufklären. "Im Falle Ihrer Sendung hat es der Absender verabsäumt, die seit 2021 verpflichtenden elektronischen Zollpapiere zu übermitteln", informierte das Kundenservice der Post die Wienerin. Deshalb wurden Hermine M. die Gebühren in Rechnung gestellt. Diese setzen sich aus 28,80 Euro Bearbeitungs- und Lagerentgelt sowie 6 Euro Importtarif zusammen – macht in Summe 34,80 Euro.
Hermine M. überlegt nun das Musik-Billett überhaupt anzunehmen. "Die Abholfrist läuft bis 13. Oktober", so die Wienerin. Sie bittet nun darum, ihr die Gebühren zu erlassen, "andernfalls lasse ich die Sendung zurückgehen, was natürlich der schenkenden Absenderin gegenüber ein Affront ist".
Hermine M. will andere Postkunden warnen, denn was viele nicht wissen: "Wenn eine Sendung aus dem EU-Ausland kommt, muss man darauf achten, dass man die Zollinfos erfasst", informiert Post-Sprecher Markus Leitgeb. Der Zoll macht stichprobenartige Kontrollen. Es kann Unklarheiten geben, auch wenn es sich nur um eine größere Geburtstagskarte handelt.
"Beim Versand aus Drittländern (Länder außerhalb der EU) nach Österreich fallen ab dem ersten Euro Warenwert 20 Prozent Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) an, ab 150 Euro Warenwert kommt außerdem noch eine Zollabgabe dazu", so Leitgeb.
Bezahlen muss man nicht: "Als Empfänger haben Sie immer die Möglichkeit, die Annahme einer Sendung Pakets zu verweigern – dann entstehen für Sie keine Kosten und die Sendung wird an den Absender retourniert."