Stellen Sie sich vor, Sie haben in Ihrem Job das schlechteste Ergebnis seit Firmenbestehen zu verantworten, die Prognosen für das nächste Geschäftsjahr sind verheerend und alle Ihre engsten Mitstreiter wollen nicht mehr mit Ihnen weitermachen. Einhellig.
Was würden Sie tun?
Vermutlich würden Sie – peinlich berührt – um eine einvernehmliche Trennung bitten.
Und was würde Andreas Babler tun? Wie ein politischer Klimakleber pickt er an seinen Ämtern und stürzt die Regierung und seine Partei, die bei nur noch 15 Prozent in Umfragen rangiert (Stand: KW 40, Tendenz sinkend), ins völlige Chaos.
Das "S" in SPÖ – es steht nicht etwa für strategische Brillianz, sondern bestenfalls für Satire-Projekt Österreichs. Ohne konkreten Plan B sind die Länderchefs am Sonntag an Andreas Babler zerschellt, der in völliger Realitätsverweigerung über seine angebliche Beliebtheit referierte.
Ab Donnerstag bekommt er nun zwar zwei politische Sachwalter (die Partei kann Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner für ihre Loyalität gar nicht genug danken) zur Seite gestellt, doch an jedem Stammtisch des Landes werden SPÖ-Funktionäre ab sofort gefragt werden, wer denn eigentlich ihr Chef ist. Herzen der Menschen und Wahlen sind so keine zu gewinnen.
Wenn die SPÖ noch einen Funken Überlebenstrieb hat, leitet sie jetzt rasch alles in die Wege, was für eine einvernehmliche Trennung nötig ist und schließt das unglückselige Kapitel Babler, bevor von Tirol über Oberösterreich bis hin nach Kärnten die Bevölkerung der SPÖ das Vertrauen fristlos kündigt.
Und liegt Babler die Partei tatsächlich so am Herzen, wie er gerne betont, gibt es nur noch einen Dienst, den er ihr erweisen kann – seinen Abgang. Nur so ist der Weg frei für einen glaubhaften, unbelasteten Neubeginn, mit dem die SPÖ bei den kommenden Wahlen nicht in der völligen Bedeutungslosigkeit verschwindet ...