Kreuzfahrt-Chefin nach Crash:

"Wir sind hier nicht im Zillertal. Das ist so am Meer"

Die "Mein Schiff 3" kollidierte in Bremerhaven mit zwei Containerschiffen. Nach dem Crash machte die Kreuzfahrtdirektorin eine Durchsage an die Gäste.
26.10.2026, 11:22
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Eigentlich sollte für Tausende Urlauber am Sonntagabend eine Kreuzfahrt beginnen. Doch noch beim Ablegen im deutschen Bremerhaven kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Die "Mein Schiff 3" stieß mit zwei Containerschiffen zusammen. Dabei wurden Rettungsboote beschädigt und die Bordwand eines Frachters aufgerissen.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs befanden sich zum Unfallzeitpunkt 2.428 Passagiere und 922 Besatzungsmitglieder. Laut TUI wurde bei der Kollision niemand verletzt.

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Starke Windböen beim Ablegen

Das Unglück ereignete sich am Sonntagabend, als die "Mein Schiff 3" den Hafen verlassen wollte. Nach bisherigen Informationen könnten heftige Windböen dazu geführt haben, dass das Kreuzfahrtschiff beim Ablegen nicht wie vorgesehen manövrieren konnte.

Schlepper versuchten offenbar, das Schiff von den beiden Containerriesen fernzuhalten. Sie konnten den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch ungeklärt.

Zehn Meter langer Riss am Frachter

Die Kollision hinterließ erhebliche Schäden. Nach Informationen der NZ wurde die Bordwand eines der betroffenen Containerschiffe auf einer Länge von rund zehn Metern aufgerissen.

Auch die "Mein Schiff 3" wurde beschädigt. Unter anderem wurden Rettungsboote bei dem Zusammenstoß zerquetscht. Wie groß der gesamte Schaden an den beteiligten Schiffen ist, steht noch nicht fest.

Kreuzfahrtdirektorin beruhigt Passagiere

Nach dem Unfall meldete sich laut der "Nordsee-Zeitung" die Kreuzfahrtdirektorin über die Lautsprecher an Bord. Sie versuchte, die verunsicherten Gäste zu beruhigen und erklärte, dass das Schiff zur Kontrolle an den Liegeplatz zurückkehren werde.

In ihrer Durchsage sagte sie: "Verehrte Gäste, hier spricht ihre Kreuzfahrtdirektorin... Sie werden es gemerkt haben, wir haben eine Kollision mit einem anderen Schiff gehabt. Es ist nichts Schlimmes passiert. Sie können ganz beruhigt sein. Das erst mal vorab. Wir fahren jetzt zurück an die Pier und werden natürlich aus Sicherheitsgründen überprüfen, was passiert ist, und es müssen wahrscheinlich einige Arbeiten verrichtet werden. Das Wichtigste aber ist: Es ist alles in Ordnung. Und ich zitiere mal einen Kapitän, mit dem ich mal gefahren bin, der sagte, wir sind ja hier schließlich nicht im Zillertal. Ja, das ist halt so am Meer."

Schiff kehrt zur Pier zurück

Nach dem Zusammenstoß wurde die Rückkehr zum Hafen angekündigt. Dort sollte die "Mein Schiff 3" aus Sicherheitsgründen untersucht werden. Ob und in welchem Umfang Reparaturen erforderlich sein würden, war zum Zeitpunkt der Durchsage noch offen.

Während einige Passagiere nach dem Vorfall unter Schock gestanden haben sollen, gab es zumindest eine gute Nachricht: Nach Angaben von TUI kam bei der Kollision niemand zu Schaden. Wie es genau zu dem Unfall kommen konnte, muss noch geklärt werden.

Passagiere verlassen Schiff

Nach der nächtlichen Schiffskollision im Hafen von Bremerhaven ist das Ausmaß der Beschädigungen an der "Mein Schiff 3" bei Tageslicht am Montag deutlich sichtbar geworden. Starke Sturmböen hatten den Ozeanriesen von TUI Cruises am Sonntagabend beim Ablegen erfasst und in ein Containerschiff gedrückt, dessen Bordwand auf rund zehn Metern Länge aufriss.

Auch an dem Kreuzfahrtschiff selbst hinterließ der Zusammenstoß augenfällige Spuren an der Außenwand. An der Kaje in Bremerhaven herrschte am Montagmorgen rege Betriebsamkeit, als zahlreiche Passagiere das Schiff mit ihren Koffern verließen. Für viele Urlauber ist die geplante Seereise nach dem Unfall jedenfalls beendet – die Reise wurde abgesagt!

Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren am Vormittag erneut am Kreuzfahrtterminal eingetroffen, um die Lage zu begutachten. Unter den Einsatzkräften befanden sich auch Höhenretter, um schwer zugängliche Bereiche am Schiffsrumpf genauer zu überprüfen. Da keine akute Gefahr mehr bestand, drehten reguläre Feuerwehrfahrzeuge kurz nach ihrem Eintreffen wieder um und rückten ab.

Sachverständige und Ermittler untersuchen nun die Statik sowie die Seetüchtigkeit des beschädigten Luxusliners. Die stürmischen Bedingungen an der Nordsee sorgen derweil weiterhin für Störungen im Schiffsverkehr, nachdem zuvor bereits die MSC "Preziosa" außerplanmäßig in Bremerhaven anlegen musste.

wil, 26.10.2026, 11:22
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