In Krems und Mautern müssen sich Tausende Autofahrer auf harte Monate einstellen: Die historische Donaubrücke Stein-Mautern wird ab kommendem Montag, dem 18. Mai, massiv eingeschränkt. Grund sind Schäden an Bauteilen der rund 130 Jahre alten Brücke.
Damit eine komplette Sperre verhindert werden kann, wird der Verkehr auf ein Minimum reduziert. Für Pkw, Lkw und Motorräder ist die Brücke dann tabu. Sie müssen über die St. Pöltner Brücke auf der B37 ausweichen.
Weiter über die Donaubrücke dürfen Fußgänger, Radfahrer, Mopeds, Einsatzfahrzeuge, Leichtkraftfahrzeuge, Krankenfahrstühle sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge bis fünf Tonnen. Auch Traktoren dürfen die Donau dort weiter queren – dafür wird eine eigene Ampelregelung eingerichtet.
Besonders heikel wird die Lage für Fußgänger. Die seitlichen Gehwege werden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Stattdessen müssen sie einen abgetrennten Streifen auf der Fahrbahn nutzen. Markierungen, Piktogramme und Beleuchtung sollen für mehr Sicherheit sorgen.
Die Stadt Krems rechnet vor allem zu den Stoßzeiten mit Staus. Besonders die Kreuzung Austraße/Bertschingerstraße gilt als neuralgischer Punkt. Dort soll der Verkehr laufend überwacht werden. Bei Bedarf werden die Ampeln angepasst. Auch auf der Brücke selbst sollen Kameras kontrollieren, ob die neuen Regeln eingehalten werden.
Politisch ist der Ärger bereits groß. Kremser Bürgermeister Peter Molnar (SP) kritisiert: "Wäre Anfang 2024 die bereits abgeschlossene Ausschreibung der Ersatzbrücke nicht zurückgezogen worden, wäre dieses jetzt schon fertiggestellt, und der Verkehr in der gesamten Region wäre durch die notwendige Teilsperre nicht in Mitleidenschaft gezogen."
Aus dem Büro von Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FP) kommt hingegen scharfe Zurückweisung. Man werde sich nicht an "voreiligem Wahlkampfgetöse" beteiligen, heißt es. Das Jahrhundertprojekt mit Kosten von rund 145 Millionen Euro werde im Sinne der Bevölkerung umgesetzt, der Zeitplan für die Ersatzbrücke halte.
Die Teilsperre dürfte lange dauern: Mindestens bis Herbst 2028, womöglich sogar bis März 2029. Erst dann soll die Ersatzbrücke fertig sein. Diese wird für Fahrzeuge bis 18 Tonnen ausgelegt und soll während der Generalsanierung der alten Donaubrücke den Verkehr aufnehmen.
Aus einer alten Brücke wird damit ein jahrelanger Verkehrskrimi – und für viele Pendler ab dem 18. Mai ein täglicher Umweg.