Die FIS sorgt für Unverständnis im Ski-Zirkus: Nach mehreren schweren Stürzen in der vergangenen Saison hat der Weltverband beschlossen, Carbonschützer zu verbieten – allerdings nur teilweise. Laut der neuen Regel dürfen die Schützer nicht mehr lose getragen werden. Sind sie jedoch fix mit dem Innenschuh verbunden – etwa durch Kleben –, bleiben sie weiterhin erlaubt.
Diese halbe Maßnahme stößt bei den Athleten auf Kritik. Otmar Striedinger etwa findet klare Worte wie er der "Krone" sagt: "Es ist die nächste Wischi-Waschi-Regelung der FIS. Weder Fisch noch Fleisch! Im Endeffekt hat sich gar nichts geändert – außer, dass die FIS sagen kann, sie hat es verboten."
Der 34-jährige Kärntner glaubt, dass die Diskussionen um die Sicherheit bald wieder aufflammen werden: "Ich bin schon gespannt, welche Debatten wir nach den ersten Rennen haben werden."
Positiv sieht Striedinger immerhin die Einführung schnittfester Unterwäsche, die ab dieser Saison verpflichtend ist. "Das sind Kleinigkeiten, die helfen – ein Schritt in die richtige Richtung", sagt er. Gleichzeitig übt er aber Kritik an der Reaktionsgeschwindigkeit des Verbands: "Wir Fahrer appellieren seit Jahren an die FIS. Aber es war schon vor 30 Jahren so – es braucht immer erst einen Unfall, bevor etwas passiert."
Striedinger startet am 27. November im Super-G von Copper Mountain in die neue Saison – der erste Weltcup-Bewerb an diesem Ort seit 24 Jahren. Nach einer schwierigen letzten Saison mit Rang 13 in Kitzbühel als bestem Ergebnis will er diesmal deutlich stärker auftreten: "Ich hatte eine gute Vorbereitung. Mein Ziel ist Olympia – und mit Mittelmaß gebe ich mich nicht zufrieden."