Nicht nur Abgase und Plastik verschmutzen unsere Umwelt – auch zu viel künstliches Licht richtet enormen Schaden an. Straßenlaternen, Leuchtreklamen und Gebäudebeleuchtung sorgen dafür, dass der natürliche Nachthimmel immer mehr unter Druck gerät. Die ständige Helligkeit ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern schadet auch Tieren und Menschen.
Ganze Städte rund um die Uhr zu beleuchten, verbraucht gewaltige Mengen an Energie und belastet das Klima zusätzlich. Laut dem Klimaschutzministerium ist wegen der Aufhellung der Nacht in Österreich derzeit nur noch jeder zehnte Stern mit freiem Auge sichtbar.
Wie "chip.de" berichtet, liegt Deutschland unter den 20 OECD-Staaten bei der Lichtverschmutzung bereits auf Platz sechs – und der Trend zeigt nach oben. Die dunkelsten Orte in Deutschland erreichen auf der Bortle-Skala nur noch Klasse 2. Wer einen wirklich dunklen Sternenhimmel erleben will, muss laut dem Bericht in die österreichischen Alpen fahren.
Eine Ausnahme in Sachen Lichtverschmutzung bildet das Dreiländereck zwischen der Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Die Region zählt zu den am wenigsten von Lichtverschmutzung betroffenen Gebieten Europas. Im Nationalpark Gesäuse etwa lässt sich die Milchstraße noch in voller Pracht bestaunen.
Damit das so bleibt, haben sich 20 Gemeinden in den drei Bundesländern zusammengeschlossen. Ihr Ziel: die Dunkelheit aktiv zu schützen und zum größten Sternenpark Österreichs zu werden.
Auf einer interaktiven Weltkarte zur Lichtverschmutzung kann jeder selbst nachschauen, wie stark die eigene Gegend betroffen ist. Die Karte basiert auf wissenschaftlichen SQM- und VIIRS-Daten und zeigt die hellsten und dunkelsten Orte des Planeten. Starke Lichtverschmutzung wird durch die Farben Weiß, Pink, Rot oder Orange dargestellt – erst blaue oder graue Bereiche haben eine wirklich geringe Belastung.
Einen Nachthimmel der Bortle-Klasse 1 – also absolut perfekte Dunkelheit – gibt es auf der Erde fast nur noch in Wüsten, Urwäldern oder auf dem offenen Meer. Umso wichtiger ist es, die wenigen dunklen Regionen in Mitteleuropa zu bewahren.