Vom Land Rover bis zum 5er-BMW: Ein siebenfach vorbestrafter Serbe (57) soll sich mit fremden Autos ein Vermögen ergaunert haben. Seine Masche: Fahrzeuge anzahlen, weiterverkaufen und nie fertig bezahlen. Rund 150.000 Euro Schaden richtete schmächtige Betrüger an. Am Dienstag musste er sich am Wiener Landl verantworten – und bekam es dort mit einem ziemlich aufgebrachten Steirer zu tun. "Wou is mei Auto?", bellte ihn der sichtlich aufgebrachte Autohändler an, der in aller Herrgottfrühe extra aus dem grünen Süden angereist war.
Der Serbe entgegnete von der Anklagebank aus mit krächzender Stimme: "Habe ich verkauft." Während Mitglieder seiner zahlreich erschienenen Familie im Saal sich das Lachen verkneifen mussten, schüttelte der Steirer fassungslos den Kopf: "Wie geht des ohne Papiere? Bei uns in der Steiermark gibt’s des ned." – "Das geht leider, er hat bei Zulassungsstellen Duplikate mit gefälschten Kaufverträgen angefordert", erklärte Verteidiger David Jodlbauer entschuldigend. "Ich würde Ihnen gern anbieten, dass er den Schaden wieder gut macht, aber das ist unrealistisch", räumte er ein.
Der Steirer war nicht das einzige Opfer des selbst ernannten Autohändlers, der zwischen 2023 und 2025 von Land Rover bis zum 5er-BMW so ca. alles verhökerte, was er in die Finger kriegte. An Namen und Adressen seiner über ein Dutzend Käufer konnte oder wollte sich sein Mandant nicht mehr erinnern. Den gesamten Gewinn – rund 150.000 Euro – will der Mindestsicherungsbezieher am Automaten verspielt haben.
Brisant: Der siebenfach einschlägig Vorbestrafte hätte eigentlich längst hinter Gittern sitzen sollen, bekam wegen Blutdruck jedoch Haftaufschub. Statt sich zu erholen, machte er mit dem Betrügen munter weiter. "Er kann sonst nichts", erklärte Verteidiger David Jodlbauer. "Wie lang ist er jetzt auf Urlaub", wollte der Steirer wissen. Drei Jahre und neun Monate entschied der Richter – rechtskräftig.