Mehrere goldene Rolex-Uhren, eine Patek Philippe, rund zwanzig (!) Hermès-Taschen und Pelze im Millionenwert: Ein mutmaßlicher Profi-Einbrecher aus Georgien (44) musste sich am Dienstag wegen eines Millionen-Coups am Wiener Landl verantworten.
Auch die Wohnung eines bekannten ORF-Stars war ins Visier des Mannes geraten, dort scheiterte er – wir berichteten. Ausgerechnet zu Weihnachten soll der 44-Jährige in der Wiener Innenstadt auf Diebestour gegangen sein. Sein Ziel: Luxus-Wohnungen in bester City-Lage.
Bei der Nachbarin des TV-Promis landete der Georgier den ganz großen Coup. Neben sündteurem Cartier-Schmuck, Gold- und Diamantuhren, darunter ein 180.000 Euro teures Exemplar, sollen auch vier prall gefüllte Koffer mit edlen Pelzen, Dutzenden Hermès-Taschen, Luxus-Stiefeln und einer wertvollen Erwin-Wurm-Skulptur verschwunden sein.
Das 28-jährige Opfer mit russischem Nachnamen trippelte im Chanel-Kostüm samt passendem Täschchen in den Saal und bezifferte den Schaden anhand einer acht Seiten langen Liste auf über eine Million Euro. "Ich habe das teilweise von meinen Eltern, von Freunden und meinem Ex geschenkt bekommen", erklärte sie. Besonders schmerzte sie, dass auch ein vasen-ähnliches "Designer-Piece" von Louis Vuitton verschwunden war. "Nur abgenutzte Taschen blieben zurück", jammerte sie.
"Welcher Einbrecher nimmt eine Vase mit", hielt Verteidiger Nik Rast dagegen. Auch die Logistik des angeblichen Millionen-Coups ließ ihn zweifeln: "Bei vier Koffern muss er ja mehrmals aus dem fünften Stock mit dem Lift rauf- und runterfahren, braucht einen Klein-Lkw für den Transport. Nur weil jemand wohlhabend ist, muss er nicht immer die Wahrheit sagen", meinte der Jurist und verwies dabei etwa auf Österreichs prominentesten Fußfessel-Häftling.
Skeptisch zeigte sich offenbar auch die Versicherung: Der behauptete Millionenschaden wurde bislang nicht ersetzt. Der Georgier, der durch DNA-Spuren an den Tatorten zweifelsfrei überführt wurde, behauptete, eigentlich nur seine Familie in Wien besuchen gewollt und die Einbrüche "sicher nicht geplant" zu haben.
Die Beute habe er für lediglich 50.000 Euro verscherbelt. Dennoch erkannte er einen Schaden von zumindest 200.000 Euro an. Weil er bisher unbescholten war, kam er mit drei Jahren Haft davon. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.