Der Spritpreis spielt weiter verrückt. Vergangene Woche sah es kurz nach Beruhigung aus (es gab Gespräche über einen Waffenstillstand und die Öffnung der Straße von Hormus), doch diese Fortschritte sind alle gescheitert.
Montagnachmittag (16 Uhr unserer Zeit) sollte der Befehl von US-Präsident Donald Trump an seine Army ausgegeben worden sein, sie sollten die wichtige Seestraße von Hormus blockieren.
Die Auswirkung auf den Öl- und dann Spritpreis sind nicht vollständig klar, fix ist aber: Eine große Senkung wird das wohl nicht bringen. Schon untertags stieg der für uns wichtige Preis für das "Brent" Rohöl um weitere 6 % pro Fass.
Spätestens mit dieser Krise haben wir gelernt: Preiserhöhungen landen sehr rasch an unseren Tankstellen.
Besonders leiden die Taxifahrer unter dieser Preisexplosion. Der Grund: Sie zahlen mehr für den Betrieb ihres Autos, dürfen aber keinen Cent zusätzlich vom Fahrgast verlangen. Die Preise werden von der Verwaltung vorgegeben.
Das bedeutet: Jede Erhöhung ist für sie ein Netto-Verlust. "Taxifahrer tanken etwa zwei bis dreimal pro Woche", sagt Eveline Hruza, Generalsekretärin und Sprecherin von Taxi 40100 in Wien. Auch in ihrem Betrieb wird seit dem Beginn des Iran-Kriegs noch mehr gerechnet: "Dabei haben wir Glück, drei Viertel unserer Autos sind schon 'grün', also entweder elektrisch oder hybrid, es trifft uns also nicht ganz hart."

Doch die Branche ist groß, es gibt diverse Verträge für Taxi-Chauffeure. Nicht wenige müssen den Sprit aus eigener Tasche bezahlen. Sie sind arm dran, haben Mehrausgaben von etwa 80 Euro monatlich. Da muss wohl bei vielen Lenkern bei privaten Ausgaben noch strenger gespart werden.
Einen noch viel größeren Einschlag findet der Ölpreis bei den ganz großen Busunternehmen. "Der jährliche Treibstoffbedarf allein unserer Unternehmensgruppe beläuft sich auf rund 10,7 Millionen Liter, wodurch Preisentwicklungen unmittelbar und deutlich spürbar sind", sagt Thomas Blaguss, Geschäftsführer des bekannten gleichnamigen Reise-Unternehmens.
Kleines Rechenbeispiel: Sollten in starken Monaten 1 Million Liter getankt werden, bedeutet eine 10-Cent-Steigerung schon Mehrkosten von 100.000 Euro.
Mit vielen Kunden des Bus-Konzerns gibt es langfristige Verträge, da kann man Preise nicht kurzfristig ändern, "das führt teilweise auch zu Margenbelastung", so Blaguss.
Klar ist auch, an manchen Preisen wird sich bald was ändern müssen: "Die aktuellen Entwicklungen werden bereits proaktiv in die Kalkulation zukünftiger Angebote integriert."
Thomas Blaguss plädiert auch an die Politik: "Unternehmen mit hoher Energieabhängigkeit sind derzeit besonders gefordert. Umso wichtiger sind wirtschaftspolitische Maßnahmen und Rahmenbedingungen, welche eine Entlastung und Stabilisierung schaffen sowie Planungssicherheit gewährleisten."