Silvester-Knall

Zu trocken – ganzes Bundesland erlässt Feuerwerk-Verbot

Nach dem verheerenden Brand auf der Nordkette ist es in Tirol weiter viel zu trocken. Im Bundesland gilt nun ein striktes Feuerwerkverbot.
Newsdesk Heute
31.12.2025, 12:20
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Der Brand auf der Innsbrucker Nordkette am Wochenende zeigte besonders eindrücklich, wie gefährlich die aktuelle Trockenheit ist. Ausgelöst wurde das Feuer, das tagelang wütete, ausgerechnet von Pyrotechnik, die von einem 12-jährigen Buben in eine Wiese geworfen wurde.

Weil sich die Lage seitdem nicht verbessert hat, hat das Land Tirol nun eine neue Waldbrand-Verordnung erlassen und damit Feuer sowie Feuerwerkskörper in Wäldern und Gefährdungsgebieten generell verboten. Das Verbot gilt zudem für jene Gefährdungsgebiete, wo die Bodenvegetation oder die lokalen Windverhältnisse das Übergreifen durch Funkenflug in den benachbarten Wald begünstigen (etwa auf Wiesen neben Wäldern).

Diese Regeln gelten bereits seit Montag und zumindest bis Ende der ersten Jännerwoche. Neben dem aktuellen Verbot in ganz Nordtirol gilt grundsätzlich in Österreich ein Feuerwerksverbot im Orts- und Siedlungsgebiet: Der Gebrauch von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 (z.B. Raketen, Böller oder Silvesterknaller) ist dadurch das ganze Jahr über untersagt.

"Schützen Sie unser Land Tirol"

"Das, was für viele Tirolerinnen und Tiroler selbstverständlich ist, nämlich bei Brandgefahr im Wald oder auf gefährdeten Flächen nicht mit Feuerwerk zu hantieren, wird nun auch per Verordnung klar verboten", erklärt Landeshauptmann Anton Mattle. "Ich appelliere vor allem an die Eigenverantwortung der Bevölkerung und unserer Gäste: Schützen Sie sich selbst, ihre Mitmenschen und unser Land Tirol."

Forstreferent LHStv Josef Geisler und Sicherheitslandesrätin Astrid Mair ergänzen zudem: "Bereits eine einzelne Rakete im Wald oder auch eine weggeworfene Zigarette können bei den sehr trockenen Verhältnissen einen Waldbrand verursachen – die Folgen können enorm sein. Neben finanziellen Schäden, die entstehen, mindern Waldbrände auch die Schutzfunktion der Wälder und erhöhen die Anfälligkeit für andere Naturgefahren. Das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern."

Umgehend Feuerwehr rufen

"Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 verständigen und in sicherer Entfernung vom Brand auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten, um diese bei Bedarf einweisen zu können", erklärt Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter.

"Unsere Feuerwehrleute sind genau für solche Situationen ausgebildet und jederzeit bereit, auszurücken. Dennoch: Viele Waldbrände können vermieden werden. Wir appellieren daher an Tirols Bevölkerung, die Verordnungen der Bezirkshauptmannschaften gewissenhaft zu befolgen und auch darüber hinaus, achtsam zu sein."

Waldbrände können fatale Folgen haben

Kommt es zu einem Waldbrand, können die Auswirkungen fatal sein, weiß Landesforstdirektor Harald Oblasser: "Waldbrände können sich bei diesen Bedingungen sehr rasch ausbreiten. Die zerstörte Waldvegetation und der unmittelbare wirtschaftliche Schaden für die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sind das Eine, wesentlich gravierender kann sich der Verlust der Schutzfunktion auswirken."

"Nach Waldbränden ist der Waldboden auf steileren Hängen extrem von Erosion bedroht – das kann bis zum völligen Verlust des Waldbodens führen. Dann sind der Schutzwald und damit beispielsweise auch der Schutz vor Lawinen für die in den Ausläufer befindlichen Siedlungen und deren Bevölkerung verloren." Aktuell am stärksten gefährdet sind die sonnseitigen Lagen mit Föhneinfluss bis vor Weihnachten. Die wenigen Niederschläge am Heiligen Abend in Nordtirol waren nicht ausreichend, um die Waldbrandgefahr zu minimieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 31.12.2025, 14:09, 31.12.2025, 12:20
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