Der tierische Großeinsatz dauert an: Nachdem Polizisten in Vorchdorf (Bez. Gmunden) hilflose Babykatzen von der Straße gerettet hatten, kämpfen die "Tierengel Austria" jetzt um Dutzende weitere Samtpfoten – und dringend benötigte Spenden. Rund 40 Katzen könnten laut den Ehrenamtlichen auf dem Hof leben – 27 waren am Mittwoch schon gesichert.
Seit Tagen läuft beim alten Bauernhof ein aufwendiger Rettungseinsatz: Die Tiere werden vom Verein nach und nach eingefangen, tierärztlich untersucht, kastriert und gechippt. "In den nächsten Tagen werden wir nicht mehr so viele Fallen aufstellen", erklärt Einsatzleiterin und Obfrau Doris Nicole Eder gegenüber "Heute".
Vorbei ist der Einsatz noch lange nicht: "Wir werden das Gebiet das nächste halbe Jahr immer wieder kontrollieren", erklärt Eder. Denn: Der Großteil der Samtpfoten wird nach der Versorgung wieder beim Hof freigelassen. Warum? "Die Katzen sind zu verwildert, sie können nicht in ein Heim oder vermittelt werden", so die Obfrau.
Die Tiere hätten jahrelang ohne Menschen gelebt und "man kann eine verwilderte Katze nicht zähmen" – beziehungsweise würde das zu lange dauern. Die Tierengel übernehmen aber künftig die Fütterung der Kolonie. Wird eine Katze krank, wird sie wieder eingefangen und zum Tierarzt gebracht.
Für den Verein bedeutet der Großeinsatz allerdings enorme Kosten: Kastrationen, Chips, Futter, Tierarztbesuche und die langfristige Betreuung der Katzen werden wohl mehrere tausend Euro verschlingen. Deshalb bitten die Tierengel Austria jetzt dringend um Spenden, damit sie den Einsatz in Vorchdorf fortsetzen können.
Sparkasse OÖ
Empfänger: Tierengel Austria TierRettung
IBAN: AT90 2032 0321 0080 0072
Verwendungszweck: Streunerkatzen Vorchdorf
Nicht zurück auf den Hof müssen die sieben geretteten Babykatzen. Sie werden derzeit intensivmedizinisch bei Tierärzten versorgt. Auch Kater "Schnitzl" wurde vom Verein "auf die Seite genommen". Der völlig verwahrloste Stubentiger war "so verklebt, als wäre er paniert" – daher der Name, erzählt Eder.
Weil er zutraulich ist, könnte es laut der Obfrau sein, dass er ausgesetzt wurde. Auch er war aber nicht kastriert. Und die Familie wird sogar noch größer: Eine trächtige Katze befindet sich derzeit im Tierheim. "Die schenkt auch nochmal sechs her", sagt Eder.
Wer die riesige Katzenkolonie verursacht hat, werde sich wohl nie klären lassen. "So etwas entsteht durch jahrelanges Nicht-Kastrieren", erklärt die Obfrau. Dass die Tiere auf dem Hof überhaupt überleben konnten, sei dem angrenzenden Wald zu verdanken. Dort finden sie genügend Nahrung, etwa Mäuse.