"Wie ein Suppentopf"

Zu viel Urin! Stadt Wien warnt jetzt alle Badegäste

Die Stadt Wien warnt vor einer wachsenden Belastung der Alten Donau. Urin und Sonnencreme könnten das Gewässer langfristig zum Kippen bringen.
André Wilding
30.07.2026, 11:01
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Die Alte Donau zählt an heißen Tagen zu den beliebtesten Badeplätzen Wiens. Doch ausgerechnet das Verhalten vieler Badegäste bereitet der Stadt zunehmend Sorgen. Nach aktuellen Messungen stammen bereits 80 Prozent der belastenden Einträge im Gewässer vom Menschen.

"Und nur 20 Prozent Einträge von Laub, Wasservögeln und allem anderen sind", erklärte Gerald Loew, Chef der Wiener Gewässer (MA45), gegenüber dem ORF.

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Vor allem Urin und Sonnencreme setzen dem stehenden Gewässer zu. "Ein Naturgewässer ist kein WC", mahnte Loew. Badegäste sollten außerdem darauf verzichten, sich unmittelbar vor dem Sprung ins Wasser mit Sonnencreme einzuschmieren.

Warnung vor Kippen des Gewässers

Die Belastung könne langfristig schwerwiegende Folgen haben. "Wir haben naturnahe Gewässer, die halten viel aus. Aber alles, was zu viel hineinkommt und nicht verarbeitet werden kann, das wird gespeichert. Und irgendwann ist es halt zu viel und dann kippt es."

Nach Angaben der Stadt sorgen Trockenheit und anhaltende Hitze zusätzlich dafür, dass sich die Situation verschärft. Die Alte Donau ist ein stehendes Gewässer und deshalb besonders empfindlich.

"Das ist dann wie ein Suppentopf, man haut immer mehr rein und irgendwann ist es dem Gewässer zu viel."

Loew erklärt, dass Urin Phosphor und Stickstoff enthält und damit wie Dünger wirkt. Können Pflanzen und Tiere die zusätzlichen Nährstoffe nicht mehr aufnehmen, drohen massive Algenblüten. Diese bilden eine dichte Schicht auf der Wasseroberfläche, wodurch darunter liegende Pflanzen und Tiere absterben. Ein ähnliches Szenario habe es zuletzt in den 1990er-Jahren gegeben.

Magen-Darm-Beschwerden gemeldet

Mehrere Badegäste berichteten zuletzt gegenüber der "Krone", nach einem Besuch der Alten Donau an Magen-Darm-Problemen gelitten zu haben. Entwarnung gibt Loew dennoch: "Wir haben das sehr gut im Blick." Die Badeverhältnisse seien weiterhin ausgezeichnet.

Um das Gewässer zusätzlich zu entlasten, wird die Alte Donau derzeit über die Neue Donau mit frischem Wasser versorgt. Gleichzeitig appelliert die Stadt an alle Badegäste, auf Toilettengänge im Wasser zu verzichten und so zum Erhalt der Wasserqualität beizutragen.

Noch gilt die Wasserqualität der Alten Donau als ausgezeichnet. Damit das auch in Zukunft so bleibt, setzt die Stadt vor allem auf die Mithilfe der Badegäste.

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