Tierische Wahl in Österreich

WWF sucht erstmals unseren "Fluss des Jahres"

Unseren Flüssen geht es meist gar nicht gut, weshalb sie höhere Aufmerksamkeit verdienen. Der WWF startet deshalb heuer eine allererste Umfrage.
Heute Tierisch
23.07.2026, 15:02
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Nicht nur Berge und Wälder sind wahre Naturschätze – auch Österreichs Flüsse sind unverzichtbare Lebensadern für Mensch und Tier. Um auf ihren dramatischen Zustand aufmerksam zu machen, startet der WWF heuer erstmals die Wahl zum "Fluss des Jahres". Bis zum 1. September können Naturfreunde online für ihren Favoriten abstimmen.

Neun Flüsse – jeweils einer aus jedem Bundesland – wurden aufgrund ihres ökologischen Zustandes und der Artenvielfalt von einer Fachjury nominiert. Viele heimische Gewässer stehen massiv unter Druck und brauchen großen Schutz.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Auch die Saalach steht zur Wahl.
Guido Kruetschnigg

Nur noch 14 Prozent in Top-Zustand

Die Zahlen sind alarmierend: Laut dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan befinden sich nur noch 14 Prozent der österreichischen Fließgewässer in einem einwandfreien ökologischen Zustand. Mehr als die Hälfte gilt bereits als sanierungsbedürftig. Rund 27.000 Querbauwerke, die für Fische unüberwindbar sind, zerschneiden Flüsse und Bäche. Hinzu kommen Verbauungen, Wasserkraftwerke, Trockenheit und die Folgen der Klimakrise.

„Die Wahl rückt wertvolle Flusslandschaften ins Rampenlicht, die durch Verbauung, Wasserkraft, Trockenheit oder fehlende Renaturierung stark unter Druck stehen. Sie brauchen dringend mehr Schutz und öffentliche Aufmerksamkeit.“
Andrea JohanidesWWF-Geschäftsführer

Auch Skisprung-Legende und WWF-Flussbotschafter Toni Innauer appelliert an die Bevölkerung: "Die nominierten Flüsse zeigen, was lebendige Flussräume für Mensch und Natur leisten. Genau solche Naturschätze müssen wir schützen, bevor sie nur noch eine Erinnerung sind."

Wer seinen Lieblingsfluss unterstützen möchte, kann bis 1. September beim WWF-Voting zum ersten österreichischen "Fluss des Jahres" mitmachen. Die Abstimmung läuft HIER.

Die Donauauen gehören zu unseren ökologischen Schätzen.
© P.Huber/4nature

Diese neun Kandidaten stehen zur Wahl:

  • Burgenland: Die Lafnitz bietet Bibern und Eisvögeln naturnahe Lebensräume.
  • Kärnten: Die Lavant ist Rückzugsort für seltene Fischarten wie den Semling und Heimat der Uferschwalbe.
  • Niederösterreich: Am Kamp leben Eisvogel, Fischotter, Würfelnatter und der seltene Scharlachkäfer.
  • Oberösterreich: Die Vöckla zählt zu den letzten Refugien des stark gefährdeten Huchens – dem "König der Fische".
  • Salzburg: Die Saalach ist ein wichtiger Lebensraum für die bedrohte Äsche.
  • Steiermark: Die Schwarze Sulm beherbergt Steinkrebse und Feuersalamander, ist aber durch Wasserkraftpläne bedroht.
  • Tirol: Der Lech, einer der letzten Wildflüsse Österreichs, bietet dem Flussuferläufer und der streng geschützten Deutschen Tamariske ein Zuhause.
  • Vorarlberg: Die Meng fließt durch eine wertvolle Schluchtlandschaft mit Feuersalamandern, Wasseramseln, Fledermäusen und seltenen Orchideen.
  • Wien: Die Donau bildet das Herzstück des Nationalparks Donau-Auen und ist Lebensraum für Seeadler, Biber, Eisvögel und zahlreiche Fischarten. Gleichzeitig leidet die Untere Lobau zunehmend unter Austrocknung.

Auch die Hälfte aller Fischarten sind bedroht

Wie dringend der Schutz der Flüsse ist, zeigt auch ein Blick unter die Wasseroberfläche: Laut Roter Liste gilt inzwischen mehr als die Hälfte der heimischen Fischarten als gefährdet oder ist in Österreich bereits verschwunden. Intakte Flüsse sind jedoch nicht nur für Tiere unverzichtbar – sie speichern Wasser, schützen vor Hochwasser, kühlen ihre Umgebung und sind wichtige Erholungsräume für den Menschen.

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