Vier Straußenküken sorgen derzeit im Tiergarten Schönbrunn für eine kleine Sensation: Erstmals in der mehr als 270-jährigen Geschichte des Zoos wurden hochbedrohte Nordafrikanische Rothalsstrauße von ihren Elterntieren ganz natürlich ausgebrütet und werden nun auch von ihnen großgezogen.
Die vier Küken schlüpften bereits im Juni und sind ein wichtiger Erfolg für das europäische Erhaltungszuchtprogramm.
„Durch Wilderei und Lebensraumverlust ist diese Unterart akut vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es schätzungsweise nur noch bis zu 1.000 Tiere. Umso mehr freut es uns, dass das Straußenpaar sein natürliches Brutverhalten gezeigt hat und keine künstliche Inkubation nötig war.“Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor
Rund 45 Tage wechselten sich Hahn und Henne beim Brüten ab. Auch jetzt kümmern sich beide gemeinsam um den Nachwuchs, wobei der Hahn vor allem den Schutz der Küken übernimmt.
Die jungen Strauße wachsen rasant: Bis zu drei Zentimeter pro Tag legen sie zu. Aktuell bringen sie rund acht Kilogramm auf die Waage, bis zum Endgewicht ihrer Eltern ist es aber noch ein weiter Weg. Ausgewachsene Männchen können bis zu 150 Kilogramm wiegen und gelten als die größten und schwersten lebenden Vögel der Welt. Mit ihren kräftigen Beinen erreichen die flugunfähigen Laufvögel Geschwindigkeiten von über 70 km/h und zählen damit zu den schnellsten Läufern der Vogelwelt.