Ein völlig zerstörter, ausgebrannter Waggon, entgleiste Züge, mehrere Tote und zahlreiche Verletzte: In Spanien hat sich am Mittwochmorgen eine schwere Bahnkatastrophe ereignet. Rund 150 Kilometer südlich von Madrid stießen zwei Schnellzüge zusammen. Während Rettungskräfte am Unfallort im Großeinsatz stehen, gibt es unterschiedliche Angaben zur Zahl der Todesopfer.
Der spanische Zivilschutz berichtet von 46 Toten. Die Regionalregierung von Castilla-La Mancha bestätigte zunächst zehn Todesopfer.
Das Unglück ereignete sich in der Provinz Toledo, zwischen den Ortschaften Los Yébenes und Urda. Nach Informationen der spanischen Zeitung "El País" kam es kurz nach 9 Uhr zur Kollision.
Laut dem spanischen Schienennetzbetreiber ADIF waren offenbar zwei Züge in Richtung Andalusien unterwegs. Dabei soll einer der Schnellzüge auf den anderen aufgefahren sein.
Einer der beteiligten Züge gehört zum staatlichen Bahnunternehmen Renfe, der andere zum privaten Anbieter Iryo. Wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, ist bislang nicht geklärt.
Die Wucht der Kollision hatte schwere Folgen. Nach Angaben von "El País" sprangen zwei Waggons aus den Schienen und stürzten eine Böschung hinab.
Auf Videoaufnahmen, die spanische Medien veröffentlichten, ist ein schwer beschädigter und ausgebrannter Zugwaggon zu sehen.
Zahlreiche Einsatzkräfte wurden zur Unglücksstelle entsandt, um verletzte Passagiere zu versorgen. Der Bahnbetreiber ADIF bestätigte den Einsatz der Rettungskräfte, nannte zunächst aber keine genaue Opferzahl.
Über das Ausmaß der Katastrophe gibt es derzeit unterschiedliche Angaben. Esther Padilla, Sprecherin der Regionalregierung von Castilla-La Mancha, bestätigte zunächst zehn Tote.
Die Zahl werde "mit Sicherheit noch steigen", erklärte sie. Der Zivilschutz meldete unterdessen bereits 46 Todesopfer.
Auch zahlreiche Verletzte müssen medizinisch betreut werden. Eine genaue Zahl der Verletzten liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Auch die nahe gelegene Stadt Urda wurde in die Hilfsmaßnahmen eingebunden. Bürgermeister Manuel Galáns berichtete dem staatlichen Fernsehsender TVE, dass am Unfallort zahlreiche verletzte Fahrgäste versorgt werden müssten.
Die Katastrophenschutzbehörden hätten die Stadtverwaltung außerdem aufgefordert, einen Sportpavillon für die Betreuung betroffener Passagiere vorzubereiten.
Nach dem Zusammenstoß wurde der Zugverkehr auf wichtigen Verbindungen unterbrochen.
Betroffen sind die Strecken zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien. Dort wurde der Bahnverkehr vollständig eingestellt.
Während die Rettungsarbeiten andauern, bleibt die genaue Ursache der Kollision offen. Auch die endgültige Zahl der Todesopfer und Verletzten steht noch nicht fest.