Als die "Norwegian Joy" am Donnerstagmorgen im Hafen von Sitka (Alaska) anlegen wollte, bemerkte die Besatzung den leblosen Wal am Bug des Schiffes. Crewmitglieder schlugen Alarm, die Passagiere wurden über den Fund informiert und das Anlegemanöver verzögerte sich. Ein eigens angefordertes Boot zog den Kadaver schließlich vom Kreuzfahrtschiff weg. Eine Passagierin berichtete, am Hinterleib des Tieres sei eine sichtbare Wunde zu erkennen gewesen.
Ob der Finnwal tatsächlich von der "Norwegian Joy" getroffen und dabei getötet wurde, ist bislang allerdings nicht geklärt. Ebenso ist möglich, dass das Tier bereits tot war, bevor es mit dem Schiff in Kontakt kam. Experten der zuständigen US-Behörden reisten noch am selben Tag in die Region, um den Kadaver zu untersuchen und nach Hinweisen auf die Todesursache zu suchen.
Schon gewusst? Der Finnwal trägt zwei Farben im Gesicht: Während die linke Unterkieferseite dunkel ist, leuchtet die rechte weiß – ein außergewöhnliches Erkennungsmerkmal dieses Meeresriesen
Norwegian Cruise Line zeigte sich betroffen und erklärte, man sei "zutiefst betrübt" über die Situation. Das Unternehmen wolle bei der Untersuchung mit den Behörden sowie Wissenschaftlern und Wildtierexperten zusammenarbeiten.
Finnwale gehören zu den gewaltigsten Tieren unseres Planeten: Sie können mehr als 20 Meter lang werden und sind nach dem Blauwal die zweitgrößten lebenden Tiere der Erde. Umso bedrückender ist das Bild des toten Riesen am Bug eines Kreuzfahrtschiffs – und umso wichtiger die Frage, was tatsächlich zu seinem Tod geführt hat.