"Die Miete ist weg"

1.100 Euro Miete – und trotzdem Angst vor dem Umzug

Günstig wohnen oder ins Eigentum investieren? Ein Paar fürchtet steigende Mietkosten und fragt sich, ob es einen Denkfehler macht.
21.10.2026, 16:23
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1.100 Euro Kaltmiete für eine zentral gelegene Drei-Zimmer-Wohnung: Für ein Paar aus Düsseldorf ist das vergleichsweise günstig. Beide können sich vorstellen, noch lange dort zu wohnen. Trotzdem denken sie über Wohneigentum nach. Der Grund ist die Sorge, irgendwann wegen Eigenbedarfs ausziehen zu müssen oder mit Nachwuchs eine größere Wohnung zu brauchen. Dann könnte eine vergleichbare Unterkunft deutlich teurer sein.

In einem Beitrag im Reddit-Forum r/Finanzen schildert der Nutzer sein Dilemma. Rechnet das Paar mit einem Online-Rechner die Kosten für Miete und Kauf durch, gewinnt bislang das Mietmodell. Die derzeit günstige Wohnung macht einen Immobilienkauf finanziell wenig attraktiv. Gleichzeitig fragt sich das Paar, ob es bei der Rechnung einen wichtigen Faktor übersieht: die mögliche Entwicklung der Mieten in den kommenden Jahren.

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"Die Miete ist weg" – oder doch nicht?

In der Diskussion prallen unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Ein Kommentator hält den Vergleich für zu kurz gedacht: Wer mietet, zahlt laufend Geld an den Vermieter. Wer eine Immobilie kauft, zahlt zwar Zinsen und laufende Kosten, baut durch die Tilgung aber gleichzeitig Eigentum auf. Das könne auch für die Altersvorsorge und eine spätere Vererbung wichtig sein.

Andere Nutzer sehen das differenzierter. Ein Kommentator berichtet von einer 154 Quadratmeter großen Mietwohnung, für die er 980 Euro Kaltmiete zahlt. Ein Kauf der Wohnung würde nach seiner Rechnung bei vier Prozent Zinsen allein rund 1.160 Euro monatlich an Zinsen kosten – noch ohne Tilgung und Instandhaltung. Weil sein Vermieter viele Wohnungen besitzt und der Mietvertrag an einen Index gekoppelt ist, hält er das Risiko eines Eigenbedarfs für gering und die Mietlösung für attraktiv.

Das Beispiel zeigt, warum ein Immobilienkauf nicht automatisch günstiger ist. Entscheidend sind nicht nur die monatlichen Kreditraten, sondern auch der Kaufpreis, das eingesetzte Eigenkapital, die Zinsen, die laufenden Reparaturen und die Frage, wie sich das Geld alternativ entwickeln könnte.

Ein Rechenmodell kann die Zukunft nicht vorhersagen

Ein weiterer Kommentator weist darauf hin, dass Kaufen oder Mieten stark von den Annahmen eines Rechners abhängt. Wie stark steigen die Mieten? Wie entwickelt sich der Wert der Immobilie? Wie hoch sind die Finanzierungskosten und die Instandhaltung? Und was passiert mit dem Geld, das Mieter im Vergleich zu Käufern möglicherweise übrig haben?

Je nachdem, welche Werte man einsetzt, kann das Ergebnis anders ausfallen. Ein Nutzer rechnet beispielhaft vor, dass bei einer angenommenen Mietsteigerung von drei Prozent pro Jahr ein zunächst bestehender Kostenvorteil beim Mieten nach einigen Jahren verschwinden könne. Das ist allerdings eine Modellrechnung und keine Prognose für den tatsächlichen Mietmarkt.

Auch die persönliche Situation zählt

Neben der Rechnung spielen Sicherheit und Flexibilität eine Rolle. Wer langfristig an einem Ort bleiben möchte, kann im Eigentum mehr Planungssicherheit sehen. Wer beruflich mobil bleiben will oder eine günstige Mietwohnung gefunden hat, kann mit dem Mieten besser fahren.

Auch das Risiko, dass ein Vermieter Eigenbedarf anmeldet, lässt sich nicht für alle Mietverhältnisse gleich bewerten.

Ein österreichischer Kommentator spricht sich grundsätzlich für Kaufen aus, wenn man sicher sei, lange genug in der Immobilie zu bleiben. Er verweist auf mögliche große Unterschiede zwischen bestehenden und neu abgeschlossenen Mietverträgen. Diese Einschätzung ist seine persönliche Erfahrung und lässt sich nicht pauschal auf alle österreichischen Mietverhältnisse übertragen.

Für das Paar aus Düsseldorf bleibt damit eine schwierige Abwägung: Die aktuelle Miete ist günstig, doch ein möglicher Umzug könnte die Wohnkosten deutlich erhöhen. Ein Kauf würde dafür hohe Anfangskosten und langfristige finanzielle Verpflichtungen mit sich bringen. Einen allgemeingültigen Sieger gibt es beim Vergleich nicht – entscheidend ist, welche Annahmen realistisch sind und wie gut die jeweilige Lösung zur eigenen Lebensplanung passt.

rfi, 21.10.2026, 16:23
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