Die Heizungs-Offensive des Bundes hat jetzt ein Nachspiel. In den Jahren 2020 bis 2024 flossen rund 1,7 Milliarden Euro für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen in über 162.000 Fällen. Das geht aus einem neuen Bericht des Rechnungshofs hervor – in diesem wird scharfe Kritik an der sozialen Treffsicherheit der Förderungen laut.
Der Rechnungshof überprüfte von Mai bis Oktober 2025 die Förderungen für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen in mehreren Ministerien, darunter im Klima-, Wirtschafts- und Justizministerium, in der Steiermark und Wien sowie beim Klima- und Energiefonds.
Wie der Rechnungshof mitteilt, sind die Fördermöglichkeiten für einen Heizungstausch in Österreich unübersichtlich und sozial nicht treffsicher. Durch das Beziehen mehrerer solcher Hilfen sei in einigen Fällen sogar eine Förderquote von über 100 Prozent der Investitionskosten möglich gewesen.
Wegen jeweils eigener "Ansprechstellen, Förderanträge, Förderverfahren samt notwendiger Kontrollschritte auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene" sei das Fördersystem ineffizient und für die Bürgerinnen und Bürger aufwendig, kritisiert der Rechnungshof. Außerdem entsprach das Förderverfahren nicht dem Gebot der Sparsamkeit.
Fördernehmer konnten mehrere Förderungen unterschiedlicher Gebietskörperschaften gleichzeitig beziehen, wodurch ab 2024 sogar eine Förderquote von über 100 Prozent möglich war. Die Prüfer empfehlen einen One-Stop-Shop, um "Mehrgleisigkeiten sowie mögliche Überförderungen zu beseitigen".
Die NEOS zeigen sich über die Enthüllungen schockiert. "Viel Geld verteilen, aber nicht darauf schauen, wo es tatsächlich gebraucht wird. Die grüne Gießkannenpolitik wurde einmal mehr bestätigt", fasst Energie- und Budgetsprecherin Karin Doppelbauer zusammen. Schon der Klimabonus sei ineffizient gewesen, bei den Heizungsförderungen zeige sich nun, dass diese Politik System gehabt habe.
"Nur Geld auszugeben, ist noch lange keine gute Förderpolitik. Wer Milliarden ausgibt, muss auch dafür sorgen, dass sie dort ankommen, wo sie am meisten bewirken. Genau daran hat es unter grüner Verantwortung gefehlt", so Doppelbauer.