Derzeit herrscht in vielen Skigebieten Österreichs Lawinengefahr. Besonders in Tirol ist die Lage angespannt. Erst am Mittwoch kamen dort zwei Menschen bei einem Lawinenabgang ums Leben. Ein weiteres Todesopfer gab es in Vorarlberg.
Auch am Donnerstag warnten das Land Tirol und der Lawinenwarndienst erneut vor Touren im alpinen Gelände. Auf der fünfstelligen Skala gilt für manche Gebiete sogar Warnstufe vier. Die Lage gilt als kritisch, zumal es in der heurigen Wintersaison schon 17 Lawinentote gab – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Vorjahressaison. Damals kamen acht Menschen ums Leben.
Gegenüber der APA erklärte Susanna Mitterer vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS), dass es in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt 16 Tote pro Wintersaison gab. Heuer ist die Gefahr besonders groß, da der Schneedeckenaufbau besonders schlecht sei.
Auch wenig Neuschnee könnte daher zu einer Lawine führen, so die Expertin. Mitterer rät von Touren im freien Gelände ab. Sollte man doch eine Tour abseits der Piste planen, müsse man vorsichtig und zurückhaltend agieren. Auch ein Bergführer könne hilfreich sein. Des Weiteren dürfe man nicht auf die Standard-Sicherheitsausrüstung verzichten.
Als Beispiele nennt Mitterer das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), eine Sonde und Schaufel. Auch die Kameradenrettung solle man beherrschen. Sie könne die Überlebenschancen im Ernstfall erhöhen.
In der bisherigen Saison gab es die meisten Lawinentoten in Tirol zu beklagen. Ganze sieben Menschen verloren dort ihr Leben. In Salzburg wurden sechs Menschen von den Schneemassen in den Tod gerissen. Vier von ihnen starben bei einem Ausbildungskurs des Alpenvereins.
Jeweils drei Todesopfer verzeichnete man in der Steiermark und in Vorarlberg. Insgesamt 13 Tote waren Männer, vier waren Frauen.