Die Kongresswahlen in den USA sind geschlagen, doch in Mississippi geht das große Zittern weiter. Im Rennen um einen Sitz im US-Senat liefern sich die republikanische Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith und ihr demokratischer Herausforderer Scott Colom ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ausgerechnet die von US-Präsident Donald Trump unterstützte Senatorin muss um ihre Wiederwahl bangen.
Wie CNN berichtet, lag Colom um Mitternacht (Ortszeit) mit knapp über 1.000 Stimmen vor seiner Konkurrentin. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 96 Prozent aller Stimmen ausgezählt. Doch die Entscheidung könnte noch auf sich warten lassen.
Laut Mississippis Staatssekretär Michael Watson waren am Mittwoch noch rund 3.600 Briefwahlstimmen offen. Besonders spannend: Auch etwa 15.000 sogenannte "Affidavit Ballots" könnten über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Dabei handelt es sich um provisorische Stimmzettel, die etwa dann abgegeben werden, wenn die Wahlberechtigung einer Person im Wahllokal nicht sofort überprüft werden kann. Das kann beispielsweise bei einem fehlenden Lichtbildausweis oder einem nicht vorhandenen Eintrag im Wählerverzeichnis passieren.
Die betroffenen Wähler müssen ihre Berechtigung nachträglich nachweisen. Erst danach werden ihre Stimmen berücksichtigt. Experten rechnen damit, dass frühestens kommende Woche feststehen wird, wie viele dieser Wahlzettel tatsächlich gezählt werden dürfen.
Trotz ihres knappen Rückstands gibt sich Hyde-Smiths Team kämpferisch. Man sei zuversichtlich, dass die Republikanerin wiedergewählt werde, sobald alle rechtmäßig abgegebenen Stimmen vollständig und korrekt ausgezählt seien.
Auch Herausforderer Colom sieht sich auf der Siegerstraße. Gegenüber CNN erklärte der Demokrat, er sei "sehr zuversichtlich". Er rechnet damit, dass die noch offenen provisorischen Stimmen eher seiner Partei zugutekommen.
Für Donald Trump wäre eine Niederlage seiner Parteikollegin besonders bitter. Schließlich gewann der US-Präsident Mississippi bei der Präsidentschaftswahl 2024 mit mehr als 22 Prozentpunkten Vorsprung.
Ein Sieg Coloms wäre eine politische Sensation. Seit 1982 hat kein Demokrat mehr eine Senatswahl in Mississippi gewonnen. Damals war Colom noch nicht einmal geboren.
Sollte sich Colom tatsächlich durchsetzen, wäre er der erste schwarze US-Senator aus Mississippi seit 1881. Ob es dazu kommt, entscheiden nun ausgerechnet jene Stimmen, die noch auf ihre Überprüfung warten.