Abdulrahman Mohamed El-Sayed

"Inshallah", "Alhamdulillah": 1. Muslim wird US-Senator

In Michigan wurde mit Abdul El-Sayed erstmals ein muslimischer Politiker in den US-Senat gewählt. In der Siegesrede ließ er seiner Freude freien Lauf.
05.11.2026, 11:43
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Bei den Midterm-Wahlen in den USA hat Abdul El-Sayed Geschichte geschrieben. Der 42-jährige Demokrat setzte sich im Bundesstaat Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers durch. Damit zieht im Jänner erstmals ein Muslim in den US-Senat ein. Er übernimmt den Sitz des Demokraten Gary Peters, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr angetreten war.

"Inshallah", "Alhamdulillah"

Bei seiner Siegesrede in Detroit zeigte sich El-Sayed sichtlich gerührt. Während des Wahlkampfs habe er auf Fragen nach seinen Erfolgsaussichten stets mit "Inshallah" geantwortet. Der arabische Ausdruck bedeutet "So Gott will". Nach seinem Wahlsieg könne man daraus nun "Alhamdulillah" machen – auf Deutsch etwa "Gott sei Dank". US-Vizepräsident JD Vance nannte El-Sayed spaßhalber "Habibi", also "mein Freund".

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Trump nannte in "Mohamed" und "Dschihadisten"

Der Wahlkampf war von heftigen persönlichen Angriffen überschattet worden. US-Präsident Donald Trump bezeichnete El-Sayed wiederholt als "radikalen Dschihadisten" und nannte ihn demonstrativ bei seinem zweiten Vornamen Mohamed. Auch der republikanische Senator Ted Cruz erhob schwere Vorwürfe gegen den Demokraten. Er unterstellte ihm unter anderem, islamisches Recht in den USA einführen zu wollen. Belege dafür gibt es nicht.

El-Sayed wies die Vorwürfe zurück und konzentrierte sich im Wahlkampf vor allem auf die hohen Lebenshaltungskosten. "Mein Name und mein Glauben sind nicht der Grund dafür, dass ihr euch euer Benzin nicht mehr leisten könnt", erklärte er bei seiner Siegesrede.

Israel-Positionen sorgen für Kritik

Für Kontroversen sorgte El-Sayed auch mit seiner Haltung gegenüber Israel. Der 42-Jährige gehört zu den schärfsten Israel-Kritikern innerhalb der Demokraten. Er wirft dem Land unter anderem Völkermord im Gazastreifen vor und fordert ein Ende der US-Militärhilfe.

Kritik aus Teilen der jüdischen Gemeinschaft lösten auch seine Aussagen nach einem Angriff auf eine Synagoge in Michigan aus. El-Sayed hatte erklärt, dass verletzte Menschen anderen Menschen Leid zufügen würden. Kritiker warfen ihm vor, damit die Tat zu relativieren. Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Den Angriff selbst hatte er ausdrücklich verurteilt.

Obama unterstützte ihn

Seine politische Karriere nahm bereits vor knapp 20 Jahren ihren Anfang. Bei einer Abschlussfeier an der University of Michigan im Jahr 2007 traf El-Sayed auf den damaligen Ex-Präsidenten Bill Clinton. Dieser riet ihm, eines Tages für ein politisches Amt zu kandidieren. El-Sayed soll damals entgegnet haben, dass er mit seinem Namen wohl keine Chance habe.

Auch Barack Obama unterstützte den Demokraten im Wahlkampf. Ende Oktober warnte der frühere Präsident davor, dass politische Gegner El-Sayeds Namen oder Religion nutzen könnten, um ihn als weniger amerikanisch darzustellen.

red, 05.11.2026, 11:43