Diese Wahl geht in die Geschichtsbücher ein. Bei den US-Midterms in der Nacht auf Mittwoch haben die Demokraten nicht nur zahlreiche Siege in republikanischen Hochburgen eingefahren. Auch bei der Besetzung wichtiger politischer Ämter gibt es historische Premieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden in mehreren Bundesstaaten politische Grenzen durchbrochen, die teils seit Jahrzehnten bestanden.
Laut der "New York Times" konnten die Demokraten in mindestens sechs Bundesstaaten erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Sitz im US-Senat gewinnen. Doch auch abseits der politischen Machtverhältnisse sorgt die Wahl für Aufsehen.
Eine der größten Sensationen gelang Keisha Lance Bottoms in Georgia. Die Demokratin wird als erste schwarze Frau in der Geschichte der USA Gouverneurin eines Bundesstaates. Gleichzeitig ist sie die erste Frau überhaupt an der Spitze Georgias.
Auch in anderen Bundesstaaten gibt es Premieren: In Texas wurde die Demokratin Gina Hinojosa zur ersten Gouverneurin mit lateinamerikanischen Wurzeln gewählt.
In Florida übernimmt mit dem Republikaner Byron Donalds erstmals ein schwarzer Politiker das Gouverneursamt. In Wisconsin gelang dem Demokraten David Crowley dieselbe Premiere. Damit werden laut NBC News erstmals mehrere gewählte schwarze Gouverneure gleichzeitig in den USA amtieren.
Auch in New Mexico wurde Geschichte geschrieben. Die Demokratin Deb Haaland wird die erste indigene Gouverneurin in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die frühere US-Innenministerin hatte bereits als erste indigene Frau an der Spitze eines Ministeriums für Aufsehen gesorgt.
Eine weitere Premiere gelang Peggy Flanagan in Minnesota. Die Demokratin wurde als erste indigene Frau überhaupt in den US-Senat gewählt.
In Minnesota gibt es noch einen historischen Erfolg: Mit Amy Klobuchar übernimmt erstmals eine Frau das Gouverneursamt. Dasselbe gelingt der Republikanerin Marsha Blackburn im traditionell konservativen Tennessee.
Für besonderes Aufsehen sorgt der Wahlsieg von Abdul El-Sayed in Michigan. Der 42-jährige Demokrat mit ägyptischen Wurzeln wird der erste Muslim in der Geschichte der USA, der im Senat sitzt.
El-Sayed hatte sich im Wahlkampf unter anderem für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE ausgesprochen. US-Präsident Donald Trump hatte ihn wiederholt scharf attackiert.
Auch in New Hampshire fällt eine jahrzehntelange Hürde: Der Demokrat Chris Pappas wird als erster offen homosexueller Mann in den US-Senat einziehen.
Mit dem Wahlsieg der Demokratin Juliana Stratton in Illinois wird zudem ein weiterer Rekord aufgestellt: Erstmals werden drei schwarze Frauen gleichzeitig dem US-Senat angehören.
Die historischen Erfolge verteilen sich dabei auf beide großen Parteien. Während die Demokraten die meisten dieser Premieren für sich verbuchen können, schreiben auch die Republikaner in Florida und Tennessee Geschichte.