Moderne Architektur, Klimaanlage in jeder Wohnung, Balkon oder Garten, alles nagelneu: So könnte man jenen Neubau in Wien-Favoriten beschreiben, der bereits vor rund zwei Jahren für Aufregung sorgte. Der Grund dafür ist ein Projekt, durch das alle 110 Wohneinheiten an geflüchtete Personen vermittelt werden.
Möglich machen dies der Fonds Soziales Wien (FSW) und die Diakonie. Zunächst hatte ein privater Hauseigentümer 900 bis 1700 Euro Miete für die Wohnungen verlangt. Schlussendlich mietete sich die evangelische Sozialorganisation im gesamten Gebäude ein und stellte die Wohneinheiten Flüchtlingen zur Verfügung.
Die "Krone" hat sich das Projekt genauer angeschaut. Bei einem Lokalaugenschein habe man im Stiegenhaus mehrsprachige Aushänge gesehen, die darauf hinweisen, Hausbereiche und die unmittelbare Umgebung sauber zu halten. Laut dem Bericht habe es anfangs Probleme mit Sperrmüll gegeben.
Von der Diakonie, die die Bewohner betreut, hieß es, dass das Projekt im Bezirk und in der Nachbarschaft gut angekommen sei. Demnach würden die Geflüchteten "laufend Integrationsschritte, von Lernfortschritten in der deutschen Sprache, Wissenserwerb zum Zusammenleben, Wohnen, Arbeitsmarkt bis hin zur Arbeitsaufnahme" machen.
Die Kosten für das Projekt werden vom FSW – also vom Steuerzahler – zur Verfügung gestellt und haben es in sich. Seit 2025 seien Gelder in der Höhe von rund 2,4 Millionen Euro geflossen, die Subvention für 2026 sei hier noch nicht enthalten. Von dem Geld werden Personalkosten für Beratung, Betreuung und Haustechnik sowie Sachkosten bezahlt. Diese umfassen Miet- und Betriebskosten der Büroräumlichkeiten der Diakonie.
Doch wie können sich die Bewohner die Mietkosten leisten? Laut der Diakonie würden sich nur 15 Prozent von ihnen in einem aufrechten Arbeitsverhältnis befinden. Zudem sollen erwerbstätige Bewohner so bald wie möglich ausziehen, damit neue Klienten einziehen können. Dennoch wurde gegenüber der "Krone" betont, dass alle Bewohner selbst für die Mietkosten aufkommen müssen.
Laut der Zeitung bestehe der Verdacht, dass die Gelder dafür ebenfalls aus der öffentlichen Hand kommen, wie etwa durch den Mietkostenzuschuss oder übers AMS. Seitens des FSW hieß es, dass das Projekt für das aktuelle Jahr ausfinanziert sei. Der Förderantrag für 2027 könne im Herbst eingereicht und im regulären Verfahren geprüft werden.