Rund 3.000 Euro netto im Monat und davon mehr als 1.500 Euro allein für die Wohnung: Ein Arbeitnehmer überlegt, ob er sich diesen Luxus leisten soll. Die Immobilie liegt in der Nähe von Köln, ist ein Neubau und wird erstmals bezogen. Auf 78 Quadratmetern gibt es drei Zimmer, eine Einbauküche ist bereits vorhanden. Für den Mann wäre es eine große, moderne Wohnung – allerdings auch ein erheblicher Kostenblock.
Seine Rechnung veröffentlichte er am Donnerstag im Reddit-Forum r/Finanzen. Neben 1.025 Euro Miete fallen 250 Euro Nebenkosten, 100 Euro Strom, 64 Euro Internet und 18 Euro Rundfunkbeitrag an. Ein Tiefgaragenplatz würde weitere 75 Euro kosten. Insgesamt kommt er damit auf 1.532 Euro monatlich. Weil er derzeit kein Auto hat, könnte er den Parkplatz zunächst weglassen.
Nach Abzug der Wohnkosten hätte der Mann noch rund 1.500 Euro zur Verfügung, wenn er den Tiefgaragenplatz nicht nimmt. Davon muss er Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Freizeit und andere Ausgaben bezahlen. Derzeit investiert er monatlich 300 Euro und legt weiteres Geld auf ein Tagesgeldkonto. Dort liegen nach seinen Angaben rund 10.000 Euro, die allerdings teilweise für den Umzug und Möbel eingeplant sind. Im Depot hat er etwa 2.000 Euro.
Der Arbeitnehmer rechnet damit, dass sein Gehalt in den kommenden Jahren weiter steigt. Ohne Beförderung erwartet er in fünf Jahren rund 3.500 Euro netto, bei einem Karriereschritt könnten es etwa 4.000 Euro werden. Außerdem ist im Mietvertrag eine jährliche Erhöhung um 30 Euro vorgesehen. Trotzdem fragt er sich, ob die Wohnung finanziell eine schlechte Entscheidung wäre.
Viele Kommentatoren halten den Preis nicht automatisch für falsch. Ein Nutzer berichtet von einer ähnlichen Situation: Er zahle 1.400 Euro Warmmiete bei 3.100 Euro netto. Für ihn sei ein schönes Zuhause ein wichtiger Teil der Lebensqualität. Wenn die Wohnung glücklich mache und man dafür bei anderen Dingen Abstriche akzeptiere, könne die Entscheidung passen.
Andere betonen, dass eine moderne Wohnung mehr bieten könne als nur Quadratmeter. Ein kürzerer Arbeitsweg, eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Ruhe und ausreichend Platz fürs Homeoffice könnten den höheren Preis rechtfertigen. Wer auf ein Auto verzichten könne, spare zudem an anderer Stelle Geld.
Es gibt aber auch deutliche Warnungen. Ein Teil der Nutzer findet, dass allein 1.500 Euro Wohnkosten bei 3.000 Euro netto zu viel seien. Bei unerwarteten Ausgaben, Arbeitslosigkeit oder steigenden Betriebskosten könne es schnell eng werden. Ein Kommentator rät, lieber länger nach einer kleineren oder günstigeren Wohnung zu suchen.
Auch die Größe wird diskutiert. 78 Quadratmeter und drei Zimmer seien für eine alleinstehende Person viel, finden einige. Andere sehen darin einen sinnvollen Platz für ein separates Arbeitszimmer, Hobbys oder Gäste. Wie viel Raum tatsächlich nötig ist, hängt also auch davon ab, wie der Mann die Wohnung nutzen will.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Staffelmiete. Die Erhöhung um 30 Euro pro Jahr klingt überschaubar, summiert sich aber: Nach fünf Jahren läge die vereinbarte Miete rechnerisch um 150 Euro pro Monat höher als zu Beginn. Hinzu kommen mögliche Veränderungen bei den übrigen Wohnkosten.
Eine allgemeingültige Grenze, wie viel vom Nettogehalt für Wohnen ausgegeben werden sollte, gibt es nicht. Die häufig genannte Faustregel, dass die Kaltmiete höchstens ein Drittel des Einkommens betragen soll, ist eine Orientierung und berücksichtigt weder die persönliche Lebenssituation noch regionale Mietpreise vollständig.
Im konkreten Fall sind nicht nur die 1.532 Euro wichtig, sondern auch die Ausgaben, die danach kommen. Wer kaum Auto fährt, wenig konsumiert und die Wohnung als langfristigen Lebensmittelpunkt sieht, kann anders rechnen als jemand, der viel reist, hohe Sparziele hat oder finanzielle Unsicherheit fürchtet.
Der Reddit-Nutzer hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Die Diskussion zeigt, dass die Frage nicht allein lautet, ob man sich eine Wohnung leisten kann. Es geht auch darum, wie viel finanzieller Spielraum nach dem Einzug bleibt – und ob die zusätzliche Lebensqualität diesen Verzicht wert ist.