Unzählige Mängel entdeckt

400 Bushaltestellen sorgen für Ärger bei Fahrgästen

Kritik über Bushaltestellen in NÖ: Die Halteplätze bieten oft weder Schutz noch ausreichend Sicherheit. Hunderte Fahrgäste schlagen jetzt Alarm.
Victoria Carina  Frühwirth
22.03.2026, 08:00
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In Niederösterreich wächst der Ärger über mangelhafte Bushaltestellen. Hunderte Fahrgäste haben sich im Rahmen der Initiative "Haltestellen im Fahrgast-Check" zu Wort gemeldet und auf Missstände aufmerksam gemacht. Laut einer aktuellen Zwischenbilanz wurden bereits 406 Haltestellen in 147 Gemeinden gemeldet, bei denen es aus Sicht der Nutzer Probleme gibt.

Fehlender Schutz vor Regen und Sonne

Am häufigsten kritisieren Fahrgäste den fehlenden Witterungsschutz: Bei 46 Prozent der gemeldeten Haltestellen gibt es demnach keinen ausreichenden Schutz vor Regen oder Wind. Gerade bei schlechtem Wetter wird das Warten auf den Bus damit zur Belastungsprobe. Doch auch andere Mängel treten häufig auf: So fehlt bei rund einem Drittel der Haltestellen die Beschattung, was angesichts zunehmender Hitzeperioden im Sommer immer stärker ins Gewicht fällt.

Ebenfalls oft genannt werden fehlende Radabstellmöglichkeiten (32 Prozent) und fehlende Sitzgelegenheiten (27 Prozent). Auch Beleuchtung, Fahrgastinformation und Barrierefreiheit sind laut den Rückmeldungen vielfach unzureichend.

Straßenquerung als "nicht sicher" eingestuft

Ein besonders kritischer Punkt ist die Verkehrssicherheit rund um die Haltestellen. Bei 35 Prozent der gemeldeten Standorte wird die Querung der Straße von den Fahrgästen als nicht sicher empfunden. Zudem gibt ein Viertel der Befragten an, dass es keinen sicheren Gehweg zur Haltestelle gibt. Damit wird der Weg zum Bus für viele zum Risiko – vor allem für Kinder und ältere Menschen.

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"Die zahlreichen Meldungen zeigen, wie wichtig sichere und gute Haltestellen für die Fahrgäste sind. Die Bus-Fahrgäste leisten einen wichtigen Beitrag, um Staus und andere Verkehrsprobleme zu verringern. Umso wichtiger ist es, dass die Haltestellen nicht vernachlässigt werden", stellt Expertin Klara Maria Schenk vom Verkehrsclub Österreich fest. Der VCÖ will mit der Initiative gezielt auf Verbesserungsbedarf aufmerksam machen.

Expertin empfiehlt niedrige Tempolimits auf Straßen

Gerade im Umfeld von Haltestellen sei mehr Augenmerk auf Sicherheit nötig. "Mit Bussen sind viele Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen unterwegs. Umso wichtiger ist es, dass es sichere Straßenübergänge zur Haltestelle gibt", betont Schenk. Besonders bei Haltestellen an Freilandstraßen könnten Maßnahmen wie niedrigere Tempolimits oder Querungshilfen die Situation entschärfen.

Die Initiative läuft weiterhin. Wer an einer Bushaltestelle mit scheinbaren Mängeln vorbeikommt, kann diese auf der Website des VCÖ Haltestellencheck eintragen. Ziel ist es, die Probleme sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungen anzustoßen.

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