Psychologie

5 Gründe, warum du bei Filmen immer weinen musst

Ein US-Psychologe hat sich genau angeschaut, warum dich manche Szenen so tief berühren – und was das über deinen Charakter aussagt.
Heute Life
30.03.2026, 17:55
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Ob herzzerreißende Liebesgeschichte, dramatischer Abschied oder ein unerwartet rührender Moment – Filme schaffen es, Emotionen so intensiv zu transportieren, dass sie uns mitten ins Herz treffen. Dabei ist das Schluchzen im dunklen Kinosaal längst kein Grund zur Peinlichkeit mehr, sondern ein Zeichen dafür, wie sehr uns Geschichten berühren können.

Aber warum erwischen uns traurige Filme überhaupt so stark? Und wieso lassen dieselben Szenen andere völlig kalt? Der US-Psychologe Paul J. Zak, der sich mit Emotionen beschäftigt, hat gegenüber dem Magazin "Stern" erklärt, woran das liegt. Dafür gibt es dafür ganz handfeste Gründe.

Deine Erfahrungen und das Publikum spielen mit

Wenn im Film etwa ein Familienmitglied stirbt und du selbst so einen Verlust erlebt hast, trifft dich das besonders. Dein Hirn muss dann nämlich richtig arbeiten, um das Gesehene mit deinen eigenen Erinnerungen zu verknüpfen. Das kostet Energie und geht dir näher als jemandem, der so etwas noch nicht erlebt hat.

Weinen in der Öffentlichkeit ist vielen peinlich. Trotzdem kullern die Tränen im Kino leichter als daheim auf der Couch. "Menschen werden von den Reaktionen anderer beeinflusst und reagieren emotional stärker, wenn sie einen Film mit einem großen Publikum sehen, als wenn sie ihn alleine sehen", sagt Zak zum "Stern".

Deine Persönlichkeit und Hormone – das steckt auch dahinter

Manche sind einfach näher am Wasser gebaut – oft von Haus aus. Laut Zaks Forschung ist das zum Großteil genetisch. Wer besonders empathisch oder auch mal schnell grantig ist, reagiert generell stärker auf emotionale Momente. Das gilt nicht nur fürs Weinen: Wer schnell lacht, lacht auch lauter mit.

Dann gibt es noch körperliche Gründe: Unsere Gefühle werden vom präfrontalen Kortex im Hirn gesteuert. Bist du hungrig, grantig oder einfach aufgewühlt, lässt die Kontrolle nach. Junge Leute haben noch weniger Kontrolle über diesen Hirnbereich, und ab 60 lässt sie auch wieder nach. Auch der Östrogenspiegel, der bei Frauen höher ist, spielt mit: Steigt er, werden wir empfindlicher, erklärt Zak.

Im Kino weinen? Zeigt, dass du Herz hast

Wenn du im echten Leben mitfühlst, ist die Chance groß, dass du auch im Kino bei traurigen oder besonders schönen Szenen weinst. Das ist sogar etwas Positives, sagt Zak: Mitfühlende Menschen sind meist glücklicher, haben mehr Freunde und leben länger. Empathie ist zwar zum Teil vererbt, aber laut Studien auch lernbar.

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