Der Monat März steht jährlich im Zeichen von Darmkrebs und soll auf die Wichtigkeit der Krebsvorsorge aufmerksam machen. In Österreich erhalten jährlich knapp 5.000 Personen die Diagnose Darmkrebs, rund 2.000 sterben pro Jahr daran.
Eine einfache Lösung oder gar ein Allheilmittel gibt es nicht, und doch haben wir es in der Hand, unser Leben so zu gestalten, dass der Krebs kein leichtes Spiel mit uns hat.
Neben regelmäßiger Vorsorge gehört auch ein gesunder Lebensstil zu besten Präventionsmaßnahmen gegen Darmkrebs. Mit diesen fünf Tipps zeigen wir, worauf es dabei ankommt.
1. Vorsorge
Die Möglichkeiten zur Vorsorge sind in Österreich flächendeckend gegeben. Trotzdem nutzen weniger als 20 Prozent der Bevölkerung diese Möglichkeit.
Die derzeit bekannteste Vorsorge-Methode ist die Koloskopie, gerne auch Darmspiegelung genannt. Dabei untersucht ein Koloskop (Schlauch mit Kamera) den gesamten Dickdarm. Die Koloskopie ermöglicht direkte Gewebeproben und Polypentfernungen in 15 bis 45 Minuten, oft unter Sedierung.
Der immunologische Blutstuhltest ist eine weitere, bereits etablierte Methode, zur Darmkrebsvorsorge. Dabei wird eine kleine Stuhlprobe daheim entnommen und zum Arzt/zur Ärztin vorbeigebracht. Diese Testmethode wird nicht durch Ernährung beeinflusst. Allerdings muss bei einem positiven Test eine Darmspiegelung für ein endgültiges Ergebnis gemacht werden.
Die wohl schonendste Methode zur Darmkrebsvorsorge ist der ColonAiQ-Test. Der blutbasierte Test wird in der Arztpraxis durchgeführt und im Labor ausgewertet. Er erfordert keinerlei spezielle Vorbereitungen, wie etwa Nüchternheit, und kann zu jeder Tageszeit durchgeführt werden.
Im Vergleich zu anderen nicht-invasiven Verfahren, ermöglicht der Test laut Herstellern eine deutlich höhere Genauigkeit und eine präzisere Früherkennung bei bestehendem Darmkrebsrisiko. Er analysiert genetische Veränderungen im Blut und kann zu einer zuverlässigeren Diagnose führen.
2. Bewegung
Körperliche Aktivität regt die Darmtätigkeit an, reduziert Entzündungen, stärkt das Immunsystem und senkt schädliche Botenstoffe, was wiederum das Wachstum von Polypen, aus denen der Krebs entsteht, hindert.
Allerdings steht unser moderner, westlicher Lebensstil dem diametral entgegen. Viele Berufe werden grundsätzlich im Sitzen erledigt. In der Freizeit wird oft und gerne gesessen. Der vom amerikanischen Professor Dr. James A. Levine popularisierte Spruch "Sitzen ist das neue Rauchen" steht symbolisch für eine (Un)Kultur des stundenlangen Sitzens.
Das Wichtigste ist: Dem Körper regelmäßig Bewegung gönnen – egal, wofür man sich entscheidet.
Darum schadet das übermäßige Sitzen
Wer sitzt, schaltet seinen Körper auf Sparflamme. Der Kalorienverbrauch sinkt und die Muskeln erschlaffen, besonders jene im Rücken und den Beinen, die Haltung wird schlechter, die Bandscheiben werden ungleich belastet. Verspannungen und Rückenschmerzen sind das Ergebnis.
Zudem steigen die Blutfettwerte, was zu erhöhten Cholesterin- und Triglyzeridwerten führen kann, beides Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass viel Sitzen ein unabhängiger Risikofaktor für Darmkrebs ist.
3. Ernährung
Unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten (Brot) sollten einen Großteil deines Speiseplans ausmachen. Achte auf eine schonende Zubereitung (Kochen und Dünsten) der Lebensmittel und integriere gesunde Fette wie z.B. Oliven- und Rapsöl in deinen Ernährungsplan. Und natürlich: Viel Trinken! Dabei ist Wasser und ungesüßten Tees Vorzug zu geben.
Versuche – so weit wie möglich – dein Idealgewicht zu halten. Das Übergewicht, vor allem in Form von Adipositas, begünstigt Entstehung von chronischen Entzündungen und Stoffwechselstörungen, aus denen sich wiederum Darmkrebs entwickeln kann.
Fazit: Diese Lebensmittel wirken entzündungsfördernd und sind mitverantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und letztendlich auch Darmkrebs.
4. Rauchen
Wir bringen es auf den Punkt: Rauche nicht. Verzichte ebenso auf jede Form von Tabak und Vaping-Produkten. Halte dein Zuhause und Auto frei von Tabakrauch. Und vermeide das sogenannte Passivrauchen – die unmittelbare Anwesenheit von Menschen, die aktiv rauchen.
Raucher erkranken nämlich deutlich häufiger an Darmkrebs als Nichtraucher. Studien zeigen ein um 16 % bis über 30 % gesteigertes Risiko, insbesondere bei langjährigem Konsum.
5. Alkohol
Vermeide alkoholische Getränke. Das ist zwar nicht immer einfach, vor allem nicht bei Festen und Feiern, aber auch bei solchen Anlässen kannst du auf deinen Konsum achten und auch mal Nein sagen, wenn dir wiederholt Alkohol angeboten wird.
Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Alkoholkonsum das Risiko für Darmkrebs erhöht. Schon bei relativ kleinen Mengen von 10 bis 40 Gramm Alkohol pro Tag steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung.
Fazit: Es braucht ein Gesamtpaket zur Prävention von Darmkrebs
Eine Mischung aus ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Alkohol und Tabak sowie regelmäßiger Vorsorge, ist das Fundament einer effizienten Darmkrebsvorsorge.
Die Heilbarkeit der Krankheit wird durch das Ausmaß des Tumors bestimmt und liegt im Anfangsstadium bei bis zu 90 Prozent. Daher werden in Österreich regelmäßige Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen für alle Personen ab 45 Jahren empfohlen. Nimm dir Zeit für deine Gesundheit und nutze auch du diese Möglichkeit!