Darmkrebs gehört in Österreich bei Frauen und Männern zu den drei häufigsten Krebsarten. Während viele EU-Länder bereits organisierte, flächendeckende Vorsorgeprogramme haben, gibt es ein solches Angebot in Österreich hierzulande noch nicht. Die EU-Kommission hat jedoch festgelegt, dass bis 2025 rund 90 Prozent der Anspruchsberechtigten im Alter von 45 bis 75 Jahren Zugang zu einem solchen Screening bekommen sollen, um Früherkennung möglichst einfach zu machen.
Jetzt hat die Wiener Zielsteuerungskommission (WZK) die Umsetzungsphase für ein populationsbezogenes Darmkrebs-Screening in Wien beschlossen. In Wien sind die Vorarbeiten für ein Pilotprojekt bereits beschlossen und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Damit soll ein wienweiten Darmkrebs-Screening nach den Empfehlungen des nationalen Screening-Komitees 2026 starten.
Das Alter für das staatliche Darmkrebs-Vorsorgeprogramm im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung wurde im Oktober 2025 von 50 auf 45 Jahren gesenkt. Bislang war es auf Personen ab 50 ausgelegt.
Wie der "Kurier" berichtet, soll es laut Informationen aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), Testkits geben, welche – voraussichtlich noch im ersten Quartal 2026 – automatisch an alle Wiener im Alter zwischen 45 und 75 Jahren verschickt werden, sofern sie in den vergangenen zwei Jahren keine Koloskopie (Darmspiegelung) hatten.
Zeigt die ausgewertete Stuhlprobe Auffälligkeiten, werden die Betroffenen verständigt und erhalten – auf freiwilliger Basis – einen Termin zur Koloskopie, der binnen 14 Tagen garantiert wird.
Im Burgenland läuft ein vergleichbares Screening bereits seit einiger Zeit. Wiener und burgenländische Forscher haben 2024 eine erste Auswertung vorgelegt – auf Basis von Daten von rund 25.000 Personen. Das Ergebnis: Mit dem organisierten Programm wurden etwa doppelt so viele Tumore entdeckt wie mit sogenannten "opportunistischen" Darmspiegelungen, also Untersuchungen, die nur stattfinden, wenn ein Arzt sie empfiehlt oder jemand freiwillig einen Termin vereinbart.