Stress bei Katzen ist nicht immer leicht zu erkennen – besonders in den eigenen vier Wänden. Während beim Tierarzt Stress deutlich sichtbar sein kann, zeigen viele Katzen zu Hause eher versteckte Symptome.
Tierärztin Dr. Katharina Staub erklärt gegenüber "20 Minuten": "Viele Katzen zeigen chronische Stresssymptome nicht so deutlich. Deshalb erkennen oder interpretieren ihre Halterinnen und Halter sie oft nicht richtig."
Es gibt sechs typische Anzeichen, an denen du erkennen kannst, ob deine Katze unter Stress leidet, so die Medizinerin.
Kann deine Katze einer unangenehmen Situation nicht entkommen, sucht sie oft Zuflucht. Besonders schüchterne Tiere oder solche, die Angst vor Kindern, anderen Haustieren oder Artgenossen haben, zeigen sich selten und beobachten lieber aus der Entfernung.
Eine entspannte Katze frisst auch dann, wenn andere Menschen oder Tiere anwesend sind. Gestresste Katzen hingegen warten meist, bis sie allein sind, bevor sie fressen, sich putzen oder spielen – oft nachts oder wenn niemand daheim ist.
Laut Staub bewegen sich gestresste Katzen vorsichtig, beobachten viel und meiden bestimmte Räume oder Mitbewohner. In Mehrkatzenhaushalten zeigt sich Stress häufig im Verhalten untereinander. Auch Schnurren kann ein Zeichen von Stress sein, da Katzen sich damit möglicherweise selbst beruhigen.
Katzen, die sich wohlfühlen, putzen sich auch am Bauch oder zeigen diesen offen. Heimliches oder übermäßiges Putzen, das zu kahlen Stellen führt, kann hingegen auf Stress hindeuten – diese werden oft mit gewöhnlichem Haarausfall verwechselt.
Auch Hunger kann ein Anzeichen für Stress sein – selbst bei übergewichtigen Katzen. Da Katzen in der Natur bis zu 20 kleine Mahlzeiten pro Tag aufnehmen, können zwei große Portionen zu Hunger führen. Mit Active Feeding verteilst du das Futter auf mehrere Portionen über den Tag und beschäftigst deine Samtpfote zusätzlich.
Gestresste Katzen benutzen das Kistchen manchmal erst, wenn die Blase sehr voll ist. Urinieren daneben ist kein Trotz, sondern ein Warnsignal, dass die Katze mit der Katzentoilette unzufrieden ist.
Bei Freigängern sind oft andere Katzen Auslöser für Stress, während Wohnungskatzen unter ungeeigneten Kistchen, Langeweile, Unterbeschäftigung, Hunger oder Unsicherheit leiden können. Folgen können Blasenentzündungen, kahlgeleckte Haut oder Magen-Darm-Probleme sein.
Stelle mehrere Katzenkistchen an ruhigen, gut erreichbaren Orten auf, verteile kleine Futterportionen über den Tag und nutze Active Feeding. Spiele regelmäßig mit deiner Katze und sorge für Rückzugsorte sowie getrennte Ressourcen.