Der Österreichische Tierschutzverein macht den Haltern eine klare Ansage: Liebe geht eben nicht durch den Magen – zumindest nicht unbegrenzt. Zu viele Leckerlis, ständig gefüllte Futternäpfe und ein Leben als Couch-Potato können für Katzen fatale Folgen haben.
Besonders brisant: Laut einer aktuellen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien erkennen viele Katzenhalter das Übergewicht ihrer eigenen Tiere gar nicht. Appetit, Kuschelbedürfnis oder Charakter werden zwar richtig eingeschätzt – beim Gewicht herrscht jedoch oft "Bewertungsblindheit". Dabei gilt bereits eine Katze, die zehn Prozent über ihrem Idealgewicht liegt, als übergewichtig. Rund 20 Prozent der Samtpfoten leiden sogar an Fettleibigkeit.
Was für Menschen vielleicht noch putzig aussieht, bedeutet für Katzen oft Schmerzen und Krankheiten. Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenk- und Verdauungsprobleme erheblich. Die Tiere bewegen sich weniger, leiden häufiger unter Beschwerden und leben im schlimmsten Fall auch kürzer.
„Viele meinen es gut und füttern aus Liebe – tatsächlich schaden sie ihrer Katze damit“Alfred KoflerTierpfleger am Assisi-Hof
Mit zunehmendem Alter werden viele Katzen gemütlicher, verbrauchen weniger Energie und setzen schneller Fett an. Auch kastrierte Tiere nehmen leichter zu, weil sich Stoffwechsel und Hormonhaushalt verändern. Besonders vorsichtig sollten Besitzer von Persern, British Shorthair, Exotic Shorthair, Manx, Birma, Maine Coon oder Norwegischen Waldkatzen sein. Diese Rassen bringen genetisch oft beste Voraussetzungen mit, um sich ein paar Extrapfunde anzufuttern.
Wer jetzt denkt, der Napf bleibt einfach halb leer, liegt falsch. Katzen dürfen keinesfalls radikal hungern. Experten empfehlen stattdessen gemeinsam mit dem Tierarzt einen passenden Futterplan. Vor allem Nassfutter hat bei einer Diät Vorteile: Es enthält deutlich mehr Wasser, macht länger satt und liefert bei gleichem Volumen weniger Kalorien als Trockenfutter. Letzteres kann – besonders wenn es rund um die Uhr zur Verfügung steht – schnell zur Kalorienfalle werden.
Der beste Fettkiller ist ohnehin Bewegung. Schon tägliche Spielrunden mit Federangel, Bällchen oder Futterrätseln bringen die Samtpfoten wieder in Schwung. Auch Kletter- und Kratzmöglichkeiten sorgen dafür, dass mehr Kalorien verbrannt werden. Als gesunder Richtwert gilt: Katzen sollten höchstens rund ein Prozent ihres Körpergewichts pro Woche verlieren. Alles andere belastet den Organismus unnötig.
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In Österreich leben rund zwei Millionen Hauskatzen. Viele von ihnen könnten gesünder und vermutlich auch länger leben, wenn ihre Besitzer beim Füttern konsequenter wären. Ein mitleidiger Blick oder ein herzzerreißendes Miauen mögen zwar schwer zu ignorieren sein – doch wahre Tierliebe bedeutet manchmal eben auch, Nein zu sagen.