Erster Fall in Tirol

6 Jahre Corona! Impf-Diskussion und Ausgangssperren

Am 25. Februar 2020 wurden in Innsbruck die ersten Corona-Fälle bestätigt. Es folgten etliche Lockdowns und ein erbitterter Streit um die Impfung.
Christoph Weichsler
25.02.2026, 11:28
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sechs Jahre ist es her, dass in Tirol offiziell das österreichische Corona-Zeitalter begann. Ein italienisches Paar in Innsbruck wurde positiv getestet, kurz nach einer Reise in die Lombardei. Was damals noch wie eine ferne Krise wirkte, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem historischen Ausnahmezustand.

Zunächst lief der Alltag weiter. Skigebiete waren voll, Hotels ausgebucht, die Wintersaison auf ihrem Höhepunkt. Doch im Hintergrund breitete sich das Virus rasant aus – und Tirol rückte immer stärker in den internationalen Fokus.

Ischgl wird zum Brennpunkt

Der Skiort Ischgl wurde zum Symbol für die Pandemie in Europa. Nachdem isländische Urlauber nach ihrer Heimreise positiv getestet wurden, überschlugen sich die Ereignisse. Das Apres-Ski-Lokal Kitzloch wurde als Hotspot identifiziert, immer mehr Infektionen wurden bekannt.

Am 12. März 2020 dann der Paukenschlag: Die Skisaison in Tirol wurde abrupt beendet. Kurz darauf stellte die Bundesregierung das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne. Tausende Urlauber wollten nur noch abreisen. Die Bilder der chaotischen Abreise gingen um die Welt und sorgten international für massive Kritik.

Lockdown legt das Land lahm

Wenig später folgte der erste Lockdown für ganz Österreich. Ausgangssperren, geschlossene Geschäfte, leere Straßen. Restaurants, Hotels, Fitnessstudios - alles dicht. Wer konnte, arbeitete von zu Hause. Kinder saßen plötzlich im Fernunterricht vor dem Computer.

Tirol ging noch einen Schritt weiter: Am 18. März 2020 wurden alle Gemeinden des Landes unter Quarantäne gestellt. Für viele war das ein nie dagewesener Eingriff in ihre persönliche Freiheit. Familien konnten einander nicht besuchen, Betriebe verloren innerhalb weniger Tage ihre Existenzgrundlage.

Wirtschaft am Abgrund

Vor allem den Tourismus traf es hart. Stornierungen in Millionenhöhe, geschlossene Hotels, Kurzarbeit in tausenden Betrieben. Staatliche Hilfspakete sollten Schlimmeres verhindern, doch die Unsicherheit blieb. Viele Unternehmer sprechen bis heute von der schwierigsten Zeit ihres Lebens.

Auch psychisch hinterließ die Pandemie Spuren. Isolation, Existenzängste und ständige neue Regeln belasteten zahlreiche Menschen. Die Diskussion über Verhältnismäßigkeit und Sinn mancher Maßnahmen begann bereits im ersten Jahr der Krise.

Impfung spaltet das Land

Mit der Verfügbarkeit der Impfstoffe begann 2021 ein neues Kapitel. Die Regierung setzte auf eine groß angelegte Impfkampagne, besonders im Bezirk Schwaz wurde wegen einer neuen Virusvariante eine vorgezogene Aktion gestartet.

Doch gleichzeitig wuchs der Widerstand. Die beschlossene allgemeine Impfpflicht sorgte für wütende Debatten und große Demonstrationen. Viele empfanden sie als Zwang, andere als notwendigen Schritt zum Schutz des Gesundheitssystems. Letztlich wurde die Impfpflicht wieder aufgehoben.

Zahlen, Kritik und offene Fragen

Bis zum Ende der Meldepflicht am 1. Juli 2023 wurden österreichweit mehr als sechs Millionen Infektionen registriert. Rund 22.500 Todesfälle stehen im Zusammenhang mit dem Virus. In Tirol galten 2021 und 2022 jeweils gut 400 Todesfälle pro Jahr als direkte Folge einer Corona-Infektion.

Eine Expertenkommission ortete später folgenschwere Fehleinschätzungen im Krisenmanagement rund um Ischgl. Zivilrechtliche Klagen gegen das Land blieben erfolglos, strafrechtliche Konsequenzen gab es keine.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 25.02.2026, 11:28
Jetzt E-Paper lesen