Qualitätsmedien stehen durch unregulierte, global agierende Online-Konzerne derzeit immer stärker unter Druck. Für die Stadt Wien ist jetzt klar: Zur Unterstützung des Wiener Medienstandorts verlängert die Stadt ihre Wiener Medieninitiative, stellt ab März 2026 weitere 600.000 Euro zur Verfügung. "Wenn wir die Medienlandschaft in all ihrer Breite nicht nachhaltig unterstützen, wird das negative demokratiepolitische Auswirkungen haben", macht Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) deutlich.
Seit 2019 ist es Ziel der Wiener Medieninitiative, die heimische Medienbranche zu fördern. 318 Medienprojekte wurden seit dem Start mit fast 11 Millionen Euro unterstützt – darunter große und kleine Medienunternehmen, neu gegründete Medien sowie Medienideen, die auf dem Weg zur Gründung begleitet wurden.
Die neue Einreichrunde für die Wiener Medieninitiative startet im März 2026 mit insgesamt 600.000 Euro und richtet sich an bereits bestehende Medienunternehmen. Für diese gibt es pro Projekt eine maximale Fördersumme von 100.000 Euro. "Die Projekte müssen Arbeitsplätze im Journalismus sichern oder neue schaffen", erklärt Bürgermeister Michael Ludwig. Weitere Kriterien sind digitale und inhaltliche Innovationen sowie nachweisbare wirtschaftliche Effekte für das Unternehmen. Außerdem wird ein Frauenbonus in Höhe von 5.000 Euro ausgezahlt, wenn Projekte von Frauen geleitet werden. Für Ludwig ist klar: "Wir unterstützen Medien bei der digitalen Transformation. Diese Transformation darf jedoch den Arbeitsplatzverlust nicht weiter anheizen. Deshalb liegt der Fokus dieser Förderung dort, wo er am dringendsten benötigt wird."
➤Arbeitsplatzsicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze:
Gefördert werden Projekte bestehender Medienunternehmen aus Wien, die Arbeitsplätze erhalten oder neue Arbeitsplätze schaffen. Dazu zählen etwa Vorhaben, die durch neue Formen der Medienproduktion, Digitalisierung oder Restrukturierung langfristige Beschäftigung ermöglichen. Diese Beschäftigungseffekte werden im Rahmen der Antragsbewertung zum Fokusthema und somit zum KO-Kriterium.
➤Förderung digitaler Transformation und inhaltlicher Innovation:
Projekte, die sich mit neuen Technologien oder neuen Formen publizistischer Arbeit auseinandersetzen (z. B. KI-gestützte Medienproduktion, Datenjournalismus, digitale Formate), können gefördert werden, sofern sie einen messbaren Beschäftigungseffekt aufweisen.
➤Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz:
Viele Medienbetriebe stehen vor der Herausforderung, neue Erlösmodelle zu entwickeln. Die Förderung soll daher auch dazu beitragen, innovative Geschäftsmodelle oder Kooperationen zu erproben, die zur finanziellen Stabilisierung beitragen.
➤Stärkung des Medienstandorts Wien:
Die Initiative soll Wien weiterhin als Zentrum für Qualitätsjournalismus und Medieninnovation positionieren. Um den Anteil von Frauen in leitender Position in Medienprojekten zu stärken, wird der Frauenbonus weitergeführt.