Wie ein Rockstar

800.000 Menschen wollen Papst Leo XIV. in Paris sehen

Strahlender Sonnenschein und Jubel: Als Papst Leo XIV. auf der Place de la Concorde in Paris eintrifft, feiern ihn tausende Menschen.
Newsdesk Heute
27.09.2026, 15:50
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Der Höhepunkt seines Frankreich-Besuchs war eine gewaltige Messe mitten in Paris. Laut 20 Minuten kamen laut Vatikan und französischen Behörden rund 800.000 Menschen zusammen. Der Papst wurde schon auf seiner Fahrt im Papamobil über die Champs-Élysées von einer riesigen Menge empfangen. Die Messe selbst fand dann auf der Place de la Concorde statt – einem der größten Plätze der Stadt. Genau als Leo XIV. ankam, riss die Wolkendecke auf und die Sonne zeigte sich.

Unter den Besuchern waren viele bekannte Gesichter aus der französischen Politik: Premierminister Sébastien Lecornu war da, genauso wie die rechte Politikerin Marine Le Pen, die nächstes Jahr Präsidentin werden möchte. Präsident Emmanuel Macron blieb fern – wegen der strengen Trennung von Kirche und Staat. Dafür war seine Frau Brigitte anwesend, ebenso wie Bernard Arnault, der Chef des Luxuskonzerns LVMH.

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Papst ruft zu Gottvertrauen auf

In seiner Predigt ermutigte Leo XIV. die Menschen, auf Gott zu vertrauen und den Glauben weiterzugeben. "Was suchen wir wirklich im Leben? Wir alle sehnen uns nach Glück, nach Liebe, nach Selbstverwirklichung. Aber an welcher Quelle versuchen wir, unseren Durst zu stillen", fragte der Papst. "Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, mit sofortiger Befriedigung, mit den vielen kleinen Götzen, die uns das Blaue vom Himmel versprechen, unser Herz aber leer zurücklassen?" Der Mensch sei im Grunde "ein sich sehnendes Wesen", und nur Gott könne diese innere Leere füllen.

Leo XIV., gebürtiger US-Amerikaner, ist seit Freitag zu Besuch in Frankreich. Am späten Nachmittag ging es für das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weiter nach Lourdes, dem bekannten Marienwallfahrtsort im Südwesten. Letzte Station ist am Montag Metz nahe der Grenze zu Deutschland.

Papst trifft neu getaufte Erwachsene

Am Samstag besuchte Leo zuerst ein Sozialzentrum. Später traf er Erwachsene, die erst kürzlich getauft wurden. An sie richtete er den Appell, im Glauben an Christus stark zu bleiben und den Glauben weiterzugeben.

In Frankreich haben sich heuer laut französischer Bischofskonferenz rund 13.000 Erwachsene taufen lassen – dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Kindstaufen seit 2000 mehr als halbiert.

Lange Schlangen schon Stunden vor Beginn

Mit 69 Millionen Einwohnern sind die Katholiken in Frankreich noch immer die größte Religionsgruppe. Doch der Anteil der Muslime ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und viele Menschen bekennen sich zu keiner Religion mehr.

In Frankreich gilt – abgesehen von einigen Regionen im Osten – eine strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Trotzdem war die Begeisterung für den Papstbesuch riesig. Schon Stunden vor dem Start der Messe um 15 Uhr waren die Eingänge zur Place de la Concorde dicht.

Papst-Fans mit Rückennummer 14

Viele Gläubige vertrieben sich die Wartezeit mit Chorgesängen. Manche trugen sogar Trikots der französischen Fußball-Nationalmannschaft mit dem Aufdruck "Pape Léon" und der Rückennummer 14. Aus Sicherheitsgründen war das Gebiet rund um die Champs-Élysées bis zur anderen Seite der Seine weiträumig abgesperrt.

Einer der vielen Besucher, der Franzose Étienne Fabre, sagte: "Auf diesen Besuch haben wir hier in Paris fast 20 Jahre gewartet. Wir haben den Papst schmerzlich vermisst." Zuletzt war 2008 Papst Benedikt XVI. in Paris. Französische Medien sprachen angesichts der Begeisterung sogar von "papomanie" – Papstmanie.

Auch Kirchengruppen aus Deutschland waren unter den Gästen. Der Theologie-Student Johann Beikircher (27) aus Freiburg meinte: "So etwas wie hier, diese große Freude, wäre in Deutschland undenkbar. Hier hat die Kirche keine Angst, sich zu verstecken." Trotzdem hoffe er auf einen baldigen Papstbesuch in Deutschland. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.

red,Akt. 27.09.2026, 15:53, 27.09.2026, 15:50