Ihr Schicksal bewegte ganz Spanien, Zehntausende gingen für sie auf die Straße. Jetzt ist María del Carmen Abascal, besser bekannt als Maricarmen, im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Pensionistin starb am Mittwoch im Krankenhaus Gregorio Marañón in Madrid.
Erst am 23. September war die 87-Jährige aus jener Wohnung zwangsgeräumt worden, in der sie seit 1956 gelebt hatte. Maricarmen war damals gerade einmal 17 Jahre alt, als sie dort einzog. Rund 70 Jahre später musste sie ihr Zuhause verlassen.
Die Bilder der Räumung sorgten in Spanien für Entsetzen. Hunderte Menschen hatten versucht, die Aktion zu verhindern. Maricarmen wurde schließlich auf einer Trage aus dem Gebäude gebracht und kam ins Krankenhaus.
Hintergrund war ein jahrelanger Streit um den alten Mietvertrag. Maricarmen zahlte nach spanischen Medienberichten ihre Miete und Rechnungen stets pünktlich. 2020 war die Wohnung von einem Unternehmen gekauft worden.
Die Eigentümer wollten den alten Mietvertrag nicht weiterführen. Der Streit landete vor Gericht, mehrere Räumungsversuche scheiterten zunächst. Beim vierten Versuch wurde die 87-Jährige schließlich aus der Wohnung gebracht.
Der Fall wurde zum Symbol für die massive Wohnkrise in Spanien. Unter Parolen wie "Keine weitere Maricarmen" gingen Zehntausende Menschen auf die Straße. Allein in Madrid beteiligten sich rund 25.000 Menschen an einer Kundgebung. Auf der berühmten Puerta del Sol entstand sogar ein Protestcamp.
Der öffentliche Druck zeigte Wirkung. Nur wenige Tage nach der Zwangsräumung kam es zu einer Einigung mit den Eigentümern: Maricarmen hätte nach ihrem Krankenhausaufenthalt wieder in ihre Wohnung zurückkehren dürfen.
Dazu kam es nicht mehr. Ihr Gesundheitszustand hatte sich nach der Räumung verschlechtert. Die 87-Jährige blieb im Spital und starb dort am Mittwoch. Maricarmen hatte einen letzten Wunsch: Sie wollte in ihrem Zuhause sterben. Die Einigung für ihre Rückkehr kam dafür zu spät.